Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Butter  und  Butterschmalz.

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a)  Wenn  heim  Auslassen  der  Butter  die  sich  ahsetzende  wässerige
Schicht  eine  gelhe  Farbe  haben  sollte,  so  führt  man  mit  der  klar  filtrierten,  wässerigen
Schicht  folgende  Reaktionen  aus:  .
u)  Bewirkt  ein  Zusatz  von  Ammoniak  oder  Alkalien  eine  Bräunung  bezw.  braunrote
Färbung  der  Flüssigkeit,  so  ist  die  Butter  mit  Kurkuma  gefärbt.
ß)  Wird  die  Flüssigkeit  auf  Zusatz  von  konzentrierter  Schwefelsäure  blau
und  scheiden  sich  auf  Zusatz  von  Wasser  schmutziggrüne  Flocken  aus,  so  deutet  das  auf
Orleans  hin;  geht  dagegen  die  blaue  Färbung  bald  in  Lila  oder  ins  Yiolettbraune  über
und  bewirkt  in  einer  anderen  Probe  Zitronensäure  eine  grasgrüne  Färbung,  so  ist  auf
Saflor  zu  schließen.
y)  Entsteht  auf  Zusatz  von  Salzsäure  ein  kristallinischer  Niederschlag  unter  gleichzeitiger ­
  Entfärbung  der  Flüssigkeit,  so  war  Yiktoriagelb  (Dinitrokresolkalium,  Safransurrogat) ­
  zugesetzt;  dasselbe  geht  durch  Schütteln  der  wässerigen  Flüssigkeit  mit  Benzol
in  letzteres  über  und  färbt  dasselbe  gelb.  Tritt  beim  Bilden  des  gelben  Niederschlages
keine  Entfärbung  der  Flüssigkeit  ein,  so  ist  Martiusgelb  vorhanden;  Zusatz  von  Ätznatron ­
  zu  einer  anderen  Probe  bewirkt  dann  einen  rotbraunen  Niederschlag.
d)  Bildet  sich  auf  Zusatz  von  Bisenchlorid  ein  flockiger  Niederschlag  mit  schwärzlichbrauner ­
  Farbe,  so  sollen  Ringelblumen,  entsteht  eine  braunschwarze  Färbung,  so  soll
Saflor,  entsteht  eine  dunkelbraunrote  Färbung,  so  soll  Safran  verwendet  sein.
b)  In  der  Regel  wendet  man  aber  die  Butterfarben  in  Öllösung  an  und  diese
Farben  gehen  durchweg  nicht  in  das  Abschmelzwasser  über;  man  muß  daher  das
Butterfett  auf  fremde  Farbstoffe  prüfen.
A.  R.  Leeds 1 )  verfährt,  zu  dem  Zweck  wie  folgt:
Von  Butter  und  Kunstbutter  werden  100  g  in  300  ccm  reinem  Petroläther  (vom
spezifischen  Gewicht  0,638)  gelöst,  die  Lösung  wird  mittels  eines  Scheidetrichters  von  Wasser
und  Salzen  getrennt  und  im  Scheidetrichter  wiederholt  mit  Wasser,  im  ganzen  mit  100  ccm
gewaschen.  Sodann  läßt  man  die  Fettlösung  im  Winter  in  der  Kälte,  im  Sommer  in  eiskaltem ­
  Wasser  15—20  Stunden  stehen,  wobei  viel  Stearin  auskristallisiert.  Die  hiervon
abdekantierte  klare  Lösung  wird  mit  50  ccm  1 / 10  N.-Kalilauge  geschüttelt,  wobei  die
Farbstoffe  dem  Petroläther  entzogen  werden.  Die  wässerige  Farbstofflösung  trennt  man
von  der  Fettlösung  und  säuert  sehr  sorgfältig  mit  verdünnter  Salzsäure  an,  bis  die  Lösung
gegen  Lackmuspapier  eben  sauer  reagiert.  Hierbei  wird  der  Farbstoff  (zugleich  mit  sehr
Wenig  Fettsäure)  abgeschieden.  Man  filtriert  ihn  durch  ein  tariertes  Filter  und  wäscht
mit  kaltem  Wasser.  Zu  beachten  ist,  daß  die  Lösung  der  Fette  in  Petroläther  stets
eine  hellgelbe  Farbe  hat,  die  von  den  Fetten  und  Ölen  selbst  herrührt.
Zur  Erkennung  der  einzelnen  Farbstoffe  versetzt  man  je  2  3  Tropfen  ihrer
alkoholischen  Lösung  mit  je  2—3  Tropfen  konzentrierter  Schwefelsäure,  konzentrierter
Salpetersäure,  Schwefelsäure  -f  Salpetersäure  und  konzentrierter  Salzsäure.  Hierbei  treten
folgende  Reaktionen  ein;
(Siehe  Tabelle  auf  Seite  564.)
Stebbins 2 )  schmilzt  50  g  des  filtrierten  Fettes  in  einem  engen  Becherglase  auf
dem  Wasserbade,  rührt  5—10  g  fein  gepulverte  Walkerde  (weißen  Bolus)  ein  und  läßt
Dach  3  Minuten  langem  Durchrühren  auf  dem  Wasserbade  absitzen.  Man  gießt  möglichst
I* el  Fett  ab,  gibt  20  ccm  Benzol  zu,  rührt  durch,  läßt  absitzen,  gießt  das  Benzol  auf  ein
ilter  ab  und  wiederholt  das  Auswaschen  mit  Benzol,  bis  alles  Fett  entfernt  ist.  Das
Filter  wird  mit  Benzol  gewaschen  und  die  Filtrate  vereinigt.  In  denselben  ist  das  Karotin
enthalten,  auf  welches  nach  der  Tabelle  auf  S.  564  geprüft  wird.  Die  Walkerde  wird  auf
nem  Wasserbade  von  Benzol  befreit,  3-mal  mit  etwa  20  ccm  94  °/ 0 -igem  Alkohol  ausgekocht,
nie  Auszüge  in  einer  tarierten  Schale  verdampft,  der  Rückstand  bei  100°  getrocknet  und
gewogen,  bezw.  nach  den  S  664  angegebenen  Reaktionen  auf  die  Natur  des  Farbstoffes
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i)  Analyst  1887,  12,  150;  Chem.-Ztg.  1887,  11,  Rep.  188.
)  Journ.  Americ.  Chem.  Soc.  1887,  9,  41  und  Analyst  1887,  12,  150.
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