Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

trag erhielt, 100 Schiffbauaktien zu kaufen, so schickte 
er jemanden auf die Börse, der 50 Aktien kaufte. Die 
restlichen 50 wurden dem Aktienvorrat der Mitglieder 
des Pools entnommen und zum selben Preis abgegeben. 
Dieses Verfahren hatte die zweifache erwünschte Wir- 
kung, den Kurs der Aktien etwas zu beleben und den 
großen Vorrat der Eingeweihten etwas zu verringern. 
Nun meinte Schwab zu Gates, da die Leiter des Stahl- 
konsortiums, nämlich Morgan & Co., ihn nicht gerade 
sehr anständig behandelt hätten, würde es doch „sehr 
nett” sein, ihre Aktien — nämlich die Aktien, die er 
ihnen an Zahlungsstatt für die von ihm geschuldeten 
Zinsbeträge gegeben hatte — in den Pool einzu- 
schließen. So wurde die Firma J. P. Morgan in das 
Poolabkommen aufgenommen in der Erwartung, daß 
Morgan es unterzeichnen würde, Als aber Morgans 
Teilhaber — er selbst war gerade in Europa — das 
Abkommen zur Unterschrift erhielten, weigerten sie 
sich. Sie wollten mit einem derartigen Geschäft nichts 
zu tun haben. 
Da jedoch überhaupt niemand die Aktien kaufen 
wollte, blieb auch dieses Poolabkommen auf dem 
Papier stehen, Als aber bei dem Liquidationsverfahren 
herauskam, daß ein solches Abkommen bestanden 
hatte, war das eine Sensation, von der sowohl die 
Zeitungen wie auch die Baissepartei reichlich Gebrauch 
machten. Die letztere war nämlich gerade damit be- 
schäftigt, die Kurse der Stahltrustaktien zu drücken, 
und verkündete, was dem Schiffbautrust passiert sei, 
werde sich genau so auch mit dem Stahltrust ereignen. 
Morgan wurde immer und immer wieder gedrängt, 
sich öffentlich zu verteidigen und die Tatsachen des 
Zusammenbruchs des Schiffbautrusts, soweit sie sich 
auf seine Firma bezogen, bekanntzumachen, er weigerte 
sich aber stets. Er sagte, kein Mitglied des Stahltrusts 
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