Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

ein dickleibiges Buch mit Erklärungen und Berichten 
über jede einzelne seiner Taten füllt, nur kann. In den 
folgenden Zeilen werden mehr als einmal Lagen ge- 
schildert werden müssen, die aus einer unentwirrbaren 
Mischung von Motiven bestehen, bei denen manchmal 
das Zünglein der Wage sich der einen oder anderen 
der beiden oben falsch genannten Beurteilungen Mor- 
gans zuneigen mag. Das schadet nichts. Wir suchen 
den Mann selbst, keine Karikatur von ihm, und so 
werden wir diese Verwicklungen doppelt interessant 
finden. 
Im Jahre 1885 fühlte Morgan sich durch ver- 
schiedene Vorkommnisse dazu getrieben, im Eisen- 
bahnwesen etwas zu unternehmen. Nun tat Morgan 
stets entweder gar nichts, oder alles; entweder war 
er der unbeteiligte Zuschauer, oder er spielte eine 
führende Rolle. Es ist im vorangegangenen Kapitel 
bereits erzählt worden, wie er die Verwicklungen 
zwischen der West Shore und der New York Central, 
zwischen der South Pennsylvania und der Pennsyl- 
vania entwirrte. Er nahm nicht Partei, er nahm die 
Leitung in die Hand. Mit der Logik des gesunden Ge- 
schäftsgeistes zwang er die Unversöhnlichen, sich 
seinen Plänen zu unterwerfen, als niemand etwas der- 
artiges für möglich hielt. 
Er hatte diese Angelegenheit kaum geordnet, als 
er sich einer anderen, noch viel verwickelteren, dro- 
henderen gegenüber sah, dem Zusammenbruch der 
großen Philadelphia & Reading Railroad. 
Die Reading war eine der größten bestehenden 
Eisenbahngesellschaften. Ihr Kapital belief sich auf 
Hunderte von Millionen, sie hätte 40 Millionen pro 
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