Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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schenhändler.  Die  Konsumenten  haben  im  allgemeinen  bis  jetzt
zu  Klagen  keinen  Anlass  gehabt.
An  dieser  Stelle  sei  mir  eine  kurze  Zwischenbemerkung  gestattet. ­
  —  Wie  aus  der  Tabelle  auf  Seite  108  ersichtlich,  sind
mit  geringen  Ausnahmen  die  Preise  sehr  stabil  geblieben  und  aus
natürlichen  Gründen  nur  im  Winter  etwas  gestiegen.  Im  Strassenwagenverkauf
  erscheinen  die  Schwankungen  der  Engrospreise
weniger  plötzlich,  oft  überhaupt  nicht.  In  der  folgenden  Tabelle
(S.  IIi)  sind  die  Engros-  und  die  Detailverkaufspreise  der  D.-A.
P.-G.  für  die  letzten  anderthalb  Jahre  für  verschiedene  Städte
einander  gegenüberstellt.
Dieses  Moment  der  Preisstabilität  ist  eine  der  vielen  guten
Erscheinungen,  die  die  Geschäftspolitik  der  D.-A.  P.-G.  hervorgerufen ­
  hat.  Würde  der  Kleinhändler  diesen  von  ihm  selbst  bezahlten ­
  Preisen  beim  Wiederverkauf  immer  folgen,  so  würde  viel
weniger  Beunruhigung  ins  Publikum  getragen  werden.  So  aber
ändern  die  Detaillisten  aus  Konkurrenzrücksichten  die  Preise  oft
ganz  willkürlich.  Ein  Beispiel.  Im  Juli  1905  war  der  Einkaufspreis ­
  in  Cottbus  14^2  Pfg.,  der  Verkaufspreis  20  Pfg.  pro  Ltr.,  in
Freiwaldau  der  Einkaufspreis  15  Pfg.,  der  Verkaufspreis  16—18  Pfg.
pro  Ltr.  In  Freiwaldau  sollte  eben  ein  neugegründeter  Konsumverein ­
  totgemacht  werden.  Mir  ist  nicht  bekannt,  ob  der
beabsichtigte  Erfolg  eintrat.  Jedenfalls  werden  die  Preise  bald
wieder  erhöht  sein.  Die  Detaillisten  waren  natürlich  unschuldig
daran  —  das  machte  das  »Monopol  der  Amerikaner«.
Da  die  D.-A.  P.-G.  weit  über  die  Hälfte  des  deutschen  Konsums ­
  deckt,  so  ist  es  natürlich,  dass  sie  für  die  Preisgestaltung,
wenn  auch  nicht  allein  massgebend,  so  doch  immerhin  tonangebend ­
  ist.  Aber  ihrer  Willkür  sind  mancherlei  Grenzen  gezogen.
Der  Kleinhandel  wendet  sich,  wenn  ihm  die  gebotenen  Vorteile ­
  gleich  erscheinen,  naturgemäss  immer  der  billigeren  Quelle
zu.  Sind  die  Preise  niedrig,  so  hat  er  wenig  Ursache,  zu  wechseln.
Sein  Verdienst  bleibt  unter  normalen  Verhältnissen  immer  hoch
genug,  so  dass  ihm  der  Preisunterschied  von  Pfg.,  der  z.  B.
zwischen  dem  Oel  der  D.-A.  P.-G.  und  dem  der  Russen  und  der
P.  P.  A.-G.  besteht,  nicht  so  in  die  Augen  sticht.  Ziehen  aber
die  Preise  an,  so  ändert  sich  das  Bild.  Der  Kleinhändler  wird
sich  zu  einer  Erhöhung  nur  schwer  verstehen,  denn  Petroleum
ist  ein  Lockartikel  wie  wenig  andere,  und  der  Händler  muss
befürchten,  dass  sein  Konkurrent  die  Preise  noch  länger  niedrig
            
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