Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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für  ihn  mehr  an  Bedeutung  und  veranlasst  ihn  leichter,  seine
Bezugsquelle  zu  wechseln,  umsomehr,  als  er  dadurch  gar  keine
Unkosten  hat.  Ein  Verkaufsapparat  wird  ihm  kostenlos  gestellt,
in  nicht  seltenen  Fällen  ihm  sogar  die  der  D.-A.  P.-G.  für  Aufstellung ­
  des  Behälters  gezahlte  Montagegebühr  zurückvergütet.
Ausserdem  ist  zu  berücksichtigen,  dass  die  Kundschaft  auch  bei
unerheblichen  Preiserhöhungen  dazu  neigt,  die  Güte  der  gelieferten
Ware  zu  bemäkeln  und  dadurch  einen  Druck  auf  den  Verkäufer
auszuüben.
Je  höher  die  Preise  steigen,  um  so  stärker  treten  alle  diese
Tendenzen  in  die  Erscheinung.  Jeder  verlorene  Kunde  bedeutet
für  die  Gesellschaften  aber  eine  Verringerung  des  Absatzes,  eine
Stärkung  der  Konkurrenz  und  eine  Schmälerung  des  Gewinns.
Ist  ein  Kunde  erst  einmal  »abgesprungen«,  so  hält  es  sehr  schwer,
ihn  wiederzugewinnen.  Wenn  er  auch  mit  dem  fremden  Oel  nicht
so  ganz  zufrieden  sein  sollte,  so  hindert  ihn  doch  ein  gewisses
Gefühl  der  Scham  oder  ein  falscher  Trotz  und  Stolz,  zur  alten
Bezugsquelle  zurückzukehren.
Bis  1904  hatte  die  D.-A.  P.-G.  ernstlich  nur  mit  der  Konkurrenz ­
  der  Russen  zu  rechnen.  Die  Schaffung  der  Preiskonvention
hatte  den  bisher  offenen  Kampf  nur  etwas  verdeckt.  Im  geheimen
tobte  er  weiter,  und  die  einzuhaltende  Preisdifferenz  brachte  der
D.-A.  P.-G.  den  Verlust  manches  Kunden.  Jetzt,  wo  das  Abkommen ­
  nicht  mehr  besteht,  ist  der  Kampf  wieder  in  alter  Heftigkeit ­
  entbrannt.
1904  erstand  der  D.-A.  P.-G.  ein  weit  gefährlicherer  Gegner
in  der  P.  P.  A.-G.,  deren  Stellungnahme  gegenüber  der  D.-A.  P.-G.
und  Geschäftspraxis  ich  schon  auf  S.  82  gekennzeichnet  habe.
Es  ist  zwar  als  sicher  anzunehmen,  dass  beide  Gesellschaften
über  kurz  oder  lang  zu  einem  modus  vivendi  kommen  werden.
Aber  einerlei:  die  P.  P.  A.-G.  muss  stets  billiger  sein  als  die
D.-A.  P.-G.,  da  sie  weniger  gutes  Oel  vertreibt;  das  gibt  ihr
einen  ungeheuren  Vorteil.  Ihre  Konkurrenz  wird  immer  ein  so
hemmendes  Moment  sein,  dass  die  D.-A.  P.-G.  eine  rücksichtslose
Verteuerungspolitik  nicht  durchführen  kann.  Sollte  sie  dies  dennoch ­
  versuchen,  so  hätte  sie  auch  mehr  als  bisher  mit  der  Konkurrenz ­
  der  Galizier  und  der  Rumänen  zu  rechnen.
Ein  weiterer  Grund  für  die  St.O.C.  ,  ihr  Absatzgebiet  in
Deutschland  nicht  durch  zu  hohe  Preisforderungen  aufs  Spiel  zu
setzen,  ist  der  Umstand,  dass,  wie  schon  der  Abgeordnete  Dr.  Barth
            
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