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die Examina nur von einer Prüfungskommission abgehalten werden,
zumal wenn deren Sitz so weit von dem Mittelpunkt der vier verainten
Provinzen entfernt liegt.
Auch wäre es wünschenswert, dass Süd-Afrika wenigstens eine
Universität mit einer medizinischen Fakultät erhielte. Bis heute
sind für das Studium der Medizin in ganz britisch Süd-Afrika noch
keine Vorkehrungen getroffen.
Dass es an den „University Colleges“ Süd-Afrikas keine besondere
theologische Fakultät gibt, liegt wohl hauptsächlich daran,
dass die Zahl der verschiedenen Konfessionen eine so grosse ist,
Die niederländisch-reformierte Kirche besitzt allerdings ein Seminar
in Stellenbosch, in welchem ihre Geistlichen herangebildet werden.
Die Geistlichen der meisten übrigen Konfessionen werden in Europa
ausgebildet oder von dort berufen, Allerdings bieten die „University
Colleges“ durch das Lehren der Fächer, welche bei uns in
das Gebiet der philosophischen Fakultät fallen, auch dem Studenten
der Theologie eine wertvolle Grundlage für sein Studium,
Wie die meisten „High Schools“, so sind auch fast alle „University
Colleges“ Süd-Afrikas mit Kosthäusern für die Studierenden,
deren Angehörige nicht am Platze wohnen, verbunden. Die Studenten
haben dort den Hausordnungen zu folgen und stehen unter
der Beaufsichtigung der Professoren. Der ganze Zuschnitt der
„University Colleges“ ist mehr der einer höheren deutschen Schule
als der ciner freien deutschen Universität. Auch besteht die Arbeit
der Professoren mehr in wirklichem Unterrichten als im Halten
von Vorlesungen. Von der bei uns so sehr gepriesenen akademischen
Freiheit ist an den Universitäten Süd-Afrikas wenig zu
spüren. Die Haupterholung der Studenten bildet der ausgedehnte
Sport, der auch von den Professoren nach jeder Richtung hin begünstigt
wird.
Ein weiterer Unterschied zwischen dem Hochschulwesen Süd-Afrikas
und Deutschlands besteht endlich noch darin, dass man
sich in Süd-Afrika fast für alle Examina, soweit sich diese nicht
auf das Gebiet der Naturwissenschaften oder der Technologie erstrecken,
d. h. soweit sich die nötigen Kenntnisse für dieselben
durch Buchstudium erwerben lassen, durch privates Studium, also
ohne irgend welchen Universitätsbesuch vorbereiten kann. Nur