Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Dieser  hohe  Perpendikulartarif  in  Verbindung  mit  den  Umschlaggebühren ­
  frißt  faßt  den  gesamten  Vorteil  auf,  den  die
Wasserverfrachtung  von  bzw.  nach  Cosel  bringt.  Selbst  wenn
dieser  Tarif,  wie  die  oberschlesischen  Industriellen  fordern,  auf
ein  niedrigstes  Maß  reduziert  würde,  würden  mit  fortschreitender ­
  Entwicklung  immer  wieder  Schwierigkeiten  besonders  im
Umschlagbetrieb  entstehen.  Nur  der  Anschluß  durch  einen  zum
Großschiffahrtsweg  ausgebauten  Klodnitzkanal  wird  der  oberschlesischen ­
  Kohlen-Eisenindustrie  die  erhofften  Vorteile  der
Odergroßschiffahrtsstraße  bringen.
Der  Klodnitzkanal*)  beginnt  am  Mundloch  des  Hauptschlüssel-Erbstollen ­
  der  fiskalischen  Königin  Luise-Grube  bei
Zabrze,  geht  durch  die  Kgl.  Eisenhütte  Gleiwitz,  begleitet  dann
auf  45  Kilometer  den  Klodnitzfluß  und  mündet  gegenüber  Cosel
nördlich  vom  Bahnhof  in  die  Oder.  Die  18  Schleusen  des  Kanals ­
  überwinden  auf  44.3  Kilometer  43.75  m  Gefälle  in
Abständen  von  1.1  bis  4.5  Kilometer.  Sie  haben  eine  nutzbare
Länge  von  35.33  m  und  Breite  von  4.08  m,  lassen  demnach ­
  Schiffsgefäße  von  höchstens  34.50  m  Länge  und  3.95  in
Breite  hindurch,  was  etwa  bei  1.50  in  Fahrwassertiefe ­
  einem  Gebalt  von  140  To.  entspricht.  Die  Schiffsbewegung
erfolgt  durch  Treideln  mit  Menschen-  oder  Pferdekraft.  Das
Schleppen  durch  Dampfer  mit  höchstens  2  Fahrzeugen  im  Anhang ­
  ist  gestattet,  dabei  darf  die  Fahrgeschwindigkeit  3.5  Kilometer ­
  in  der  Stunde  nicht  überschreiten.  Das  Nebeneinanderfahren ­
  oder  Kuppeln  von  Fahrzeugen  und  das  Segeln  sind  auf
dem  Kanal  untersagt.  Geschleußt  Wird  regelmäßig  nur  bei
Tage.
Der  Klodnitzkanal  ist  also  alles  andere  nur  kein  modernes
Verkehrsmittel,  denn  seit  seiner  Erbauung  1788—1812^)  sind
nur  die  nötigsten  Reparaturarbeiten,  nicht  aber  wesentliche  Erweiterungen ­
  vorgenommen  worden^).  Vergleicht  man  ihn  z.  B.
mit  dem  im  Interesse  des  rheinisch-westfälischen  Jndustriereviers
1)  Führer  aus  den  deutschen  Schiffahrtsstraßen,  V.  Teil:  Das
Odergebiet.  C.  136  sf.  I.  Partsch  I,  S.  199  ff.
2)  Die  Neubaukosten  betrugen  ca.  2,4  Mill.  Mk.  1888  wurden
1,120  Mill.  Mk.  zu  Wiederherstellungsarbeiten  ausgeworsen.
3)  Zuletzt  1888  bis  1892  mit  1  Mill.  Mk.  Kosten,  jedoch  ohne
bedeutenden  wirtschaftlichen  Erfolg.
            
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