fullscreen : Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

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Habersche  Verfahren,  das  mit  verhältnismäßig  geringen  Kosten  vom
Ammoniak  zum  Salpeter  zu  gelangen  erlaubt,  wird,  soweit  man  zurzeit ­
  urteilen  kann,  den  deutschen  Zukunftsmarkt  beherrschen.  Bei  dieser
Erwartung  sehe  ich  auf  Grund  der  bisher  vorliegenden  Mitteilungen
es  als  wahrscheinlich  an,  daß  nennenswerte  Schwierigkeiten  für  das
Verfahren  nach  Haber  nicht  mehr  auftreten.  Sie  schließt  übrigens
durchaus  nicht  aus,  daß  man  die  vorhandenen  Einrichtungen
für  die  Herstellung  von  Kalkstickstoff  bis  auf  weiteres  so  weit  wie
möglich  ausnutzt  und  auch,  wie  z.  B.  oben  vorgeschlagen,  den  Absatz
dieses  Düngemittels  fördert.  Mit  der  Zeit  wird  aber  an  einen  schonenden ­
  Übergang  zur  Herstellung  nach  Haber  auch  hier  zu  denken  sein,
falls  nicht  diese  Übergangsfrist  es  dem  Kalkstickstoff  ermöglicht  hat,
billiger,  und  noch  unter  den  Kosten  des  Haberschen  Verfahrens  zu  arbeiten. ­

Jetzt  einer  alten  und  berechtigten  Industrie  durch  ein  neues  Produkt ­
  Schwierigkeiten  zu  machen,  um  einem  für  die  weitere  Zukunft  doch
wahrscheinlich,  oder  sagen  wir,  möglicherweise,  nicht  konkurrenzfähigen
Düngemittel  die  Lebensdauer  etwas  zu  verlängern,  würde  nicht  berechtigt ­
  sein.  Daher  dürften  auch  die  oben  für  Kalkstickstoff  und
schwefelsaures  Ammoniak  von  mir  vorgeschlagenen  festen  Monopolpreise, ­
  bei  denen  das  Ammoniak  absichtlich  gegenüber  dem  Kalkstickstoff ­
  benachteiligt  ist,  um  dessen  Absatz  sicherzustellen,  nicht  dazu  benutzt
werden,  dem  Kalkstickstoff  in  Form  eines  Mischdüngers  zum  leichten
Wettbewerb  mit  dem  Amoniaksuperphosphat  zu  verhelfen.  Für
solche  Zwecke  müßte  man  unbedingt  von  einer  Preisbegünstigung  des
Kalkstickstoffs  absehen,  und  wenn  diese  fortfällt,  so  ist  die  Erzeugung
eines  zum  Wettbewerb  niit  Ammoniaksuperphosphat  fähigen  Mischdüngers ­
  wenigstens  bei  den  augenblicklich  anzunehmenden  Produktionskosten ­
  wohl  ausgeschlossen.  Es  würde  aber  voraussichtlich  schon  genügen, ­
  Kalkstickstoff,  der  einer  fabrikmäßigen  Mischung  mit  anderen
Düngemitteln  dienen  soll  oder  gedient  hat,  nur  zu  gleichem  Preise  wie
schwefelsaures  Animoniak  für  das  Kiloprozent  Stickstoff  abzugeben.
Doch  könnte  man  auch  andere  Maßregeln  anwenden.  —
Viele  Fragen  wären  noch  weiter  zu  berühren,  würden  aber  aus
diesem  bescheidenen  Heftchen  eine  umfangreiche  Denkschrift  machen.
Vielleicht  ergibt  sich  für  mich  gelegentlich  noch  die  Möglichkeit,  den  einen
oder  anderen  Punkt  weiter  zu  behandeln.  Ich  glaube  aber  mit  dem
            
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