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keiten, dann die Summe aller derjenigen Wahrscheinlichkeiten
P(i, j), welche nach der Korrelationstabelle den Wertepaaren (Xi, Yı),
welche den gleichen Wert für u (x, y) ergeben, entsprechen, so daß
also die Kenntnis der Korrelation zwischen x und y auch in diesem
Falle die Wahrscheinlichkeit dafür bestimmt, daß u (x, y) einen
gegebenen der M verschiedenen Werte annimmt.
Wir gelangen also zu folgendem Satze: Um das Ver-
teilungsgesetz für eine durch zwei zufällig varlierende Größen x und y
bestimmte Größe u (x, y) zu finden, ist es notwendig, aber auch
ausreichend, die Korrelation zwischen x und y zu kennen.
Aufgabe 30. x und y bezeichnen die Anzahl Müllerscher Drüsen an
jeweils rechten und linken Vorderbeinen der Schweine (vgl. 8 133); es ist zu unter-
suchen, welche Werte u, = x + y und u, =X—Yy überhaupt annehmen können,
und mit Hilfe der Korrelationstabelle für x und y (Tabelle 26) das Verteilungs-
gesetz für die Totale der Drüsen (u,) am selben Tiere und das Verteilungsgesetz
für den Unterschied (u,) zwischen der Zahl der Drüsen am rechten und linken
Beine zu finden.
136. Wenn wir uns ständig die Korrelation zwischen X und y
als gegeben denken und uns damit nach vorstehendem Satze auch
das Verteilungsgesetz für irgendeinen Ausdruck u (x, y) als bekannt
vorstellen können, dann können wir nunmehr auch von der Er-
wartung E(u) für u (x, y) reden; ist nämlich das Verteilungsgesetz
für u bekannt, dann läßt sich E (u) unmittelbar mit Hilfe der Defini-
tion der Erwartung finden. Indes kann man ebensogut E (u) wie
die Summe der m + n Produkte
u(z, y) PG 3)
oder, wie wir kurz schreiben können,
Eu = u-PGj
bestimmen.
Hieraus folgt, daß die Erwartung E (u) für irgendeinen durch
x und y bestimmten Ausdruck u (x, y) im allgemeinen ebensowenig
wie das Verteilungsgesetz für u ohne Kenntnis der Korrelation
zwischen x und y festgestellt werden kann.
Aufgabe 31. Finde mit Hilfe der Korrelationstabelle (Tabelle 26) das
Verteilungsgesetz für das Produkt u= X + V und danach bei dieser Verteilung
die Erwartung E (u).
137. Indes gibt es hiervon eine wichtige Ausnahme; ist näm-
lich u(x, y) ein „Polynomium ersten Grades“ von x und y, d. h. daß
u (x, y) = a + bx + 0y,
wo a, b und c Konstanten sind, also Zahlen, deren Wert nicht von
x und y abhängt, so wird der Wert von E (u) allein durch E (x)