Object : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  I.  Die  Hedonisten.

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Die  Kurve  des  Angebotes  verhält  sich  natürlich  umgekehrt  wie
die  vorhergehende,  steigt,  wenn  der  Preis  steigt,  und  fällt,  wenn  der
Preis  fällt.  Hieraus  ergibt  sich,  daß  es  niemals  ein  Angebot  zum
Nullpreis  gibt,  während  im  Gegenteil  die  Nachfrage  zum  Nullpreis
ganz  außerordentlich  —  wenn  auch  nicht  unendlich  —  groß  ist,  und
keine  Grenzen  hat,  als  die  der  Yerbrauchsfähigkeit 1 ).

Masse  zugänglich  zu  sein,  weil  die  kleinen  Börsen  viel  zahlreicher  sind  als  die
großen,  und  daher  eine  auch  nur  geringe  Erniedrigung  des  Preisniveaus  die  Ware
viel  weiteren  Bevölkerungsschiehten  zugänglich  macht.  Doch  kann  die  Kurve  die
verschiedensten  Formen  annehmen.  Für  gewisse  Produkte,  wie  das  Getreide  oder
das  Salz,  zieht  eine  starke  Preiserniedrigung  keine  große  Absatzerhöhung  nach  sich.
Für  andere  wieder,  wie  z.  B.  die  Diamanten,  würde  eine  starke  Preiserniedrigung
vielleicht  den  Erfolg  haben,  indem  sie  die  jetzige  Wertschätzung  in  das  Gegenteil
verkehrt,  jede  Nachfrage  zum  Aufhören  zu  bringen.
Die  Kurve  des  Angebots  dagegen  ist  gewöhnlich  konvex,  weil  das  Angebot,
das  nur  bei  einem  gewissen  Preis  auftritt,  gegen  Preiserhöhungen  sehr  empfindlich
ist  und  beim  geringsten  Steigen  der  Preise  schnell  zunimmt,  aber  bald  zu  einem
Stillstand  gelangt,  weil  die  Produktion  nur  langsam  zu  folgen  vermag,  pede  claudo;
es  ist  sogar  möglich,  daß  von  einem  bestimmten  Punkte  an  das  Angebot  geringer
wird,  einfach  weil  es  keine  verfügbaren  Produkte  mehr  auf  dem  Markte  gibt.
*)  Das  folgende  Schaubild  zeigt  beide  Kurven,  die  des  Angebots  und  der
Nachfrage:
Die  arabischen  Ziffern  der  Horizontalen ­
  bezeichnen  die  Preise;  die  römischen
Ziffern  der  Vertikalen  die  nachgefragten
Mengen.  So  ist  in  dem  obigen  Bilde  bei  ^
einem  Preise  von  1  (eine  Mark,  ein
Franken,  ein  Pfennig,  wie  man  will)  die  ^
nachgefragte  Menge  VII;  bei  einem  Preise  VIII
von  9  ist  die  naohgefragte  Menge  0.  ^
Die  punktierte  Linie  des  Angebotes
zeigt  beim  Preis  1  das  Angebot  mit  III;
beim  Preise  6  steigt  das  Angebot  auf  VII  V
nnd  bleibt  fast  stationär  ...  In  keinem  |y
Fall  erreicht  die  Kurve  des  Angebots  die
Achse  der  Ordinate,  da  diese  Achse  bei
Preis  0  liegt,  und  das  Angebot  lange  vor  II
dem  Preise  0,  d.  h.  wenn  Gegenstände  |
umsonst  zu  haben  sind,  aufhört.
Selbstverständlich  kann  der  Aus-  (
tausch  nur  zustande  kommen,  im  Palle
Angebot  und  Nachfrage  zu  einem  Gleichgewicht  gelangen,  und  dieser  Punkt  b  ist
gerade  der,  in  dem  sich  die  beiden  Linien  des  Schaubildes  schneiden,  nämlich  dort,
wo  die  Menge  V  mit  dem  Preise  2  zusammentrifft.
Die  vertikalen  Linien  heißen  Ordinaten,  und  die,  die  als  Ausgangspunkt
dient  (hier  0-X),  heißt  Koordinatenachse.
Die  Entfernungen  von  dieser  Linie  (nur  auf  der  Horizontalen  eingezeichnet)
beißen  Abszissen.  Jeder  Punkt  der  Kurve  wird  von  der  Entfernung  bestimmt,
die  ihn  von  der  Achse  der  Ordinaten  und  der  Abszissen  trennt.  Um  z.  B.  zu  erfahren,
            
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