Streikführer und Kommunisten jedoch wird stets die formelle Ver-
handlung verweigert, und zwar mit der Begründung, weil sie keinen
Verteidiger für sich beschaffen können. Die Polizisten auf der Poli-
zeistation umzingeln solch einen Arbeiterführer stets und geben ihm
keine Möglichkeit, einen Verteidiger heranzuziehen.
Heutzutage werden besonders Kommunisten, Streikführer und
Arbeiteragitatoren auf den Polizeistationen gefoltert; fast immer
werden sie geschlagen, manchmal werden sie entkleidet und mit
kaltem Wasser übergossen, um so das Geständnis einer Tat zu
erpressen, die sie nicht begangen haben. Auf diese Weise bringt
man es zustande, den Gefangenen zu einem Geständnis zu veran-
lassen, das seine Verurteilung zur Folge hat. -
Weiter haben die japanischen Polizisten das Recht, mit einem
Ausweis der höheren Polizeibeamten Haussuchungen nach Briefen
und anderem Material zwecks Ueberführung des Verhafteten vor-
zunehmen. Dies geschieht sehr oft, ;
Dann haben wir noch Faschistenorganisationen, von denen die
eine insgesamt 1% Millionen Mitglieder zählt. Diese werden stets
von den Polizisten unterstützt. Die Faschisten betätigen sich als
Streikbrecher, verursachen Störungen bei politischen Meetings, über-
fallen oft Arbeiter und nehmen Haussuchungen in Arbeiterlokalen vor.
Es ist bekannt, daß vor ein paar Tagen die „Prawda‘“ von einem
Ueberfall auf das Lokal der Arbeiter- und Bauernpartei berichtete,
wo Dokumente beschlagnahmt wurden. In diesem Falle sahen die
Polizisten, ohne sich einzumischen, tatenlos zu, Wie ersichtlich, ist also
die japanische Polizeijustiz sehr einseitig, Die Polizeigerichte gehen
sehr scharf gegen die Kommunisten und Arbeiteragitatoren vor,
während die mit Pistolen und japanischen Schwertern bewalfneten
Faschisten meist straflos ausgehen. Manchmal werden zur Deckung
auch ein paar Faschisten bestraft, doch gewöhnlich wird ihnen nichts
schlimmes angetan.
In den letzten Jahren wirken. die Polizeibehörden zusammen
mit den Gendarmen, Ursprünglich wurden die Gendarmen in Japan
zur Beaufsichtigung der Soldaten eingeführt, doch gegenwärtig
arbeiten sie Hand in Hand mit der Polizei bei der Verfolgung von
Kommunisten und Radikalen und nehmen selbst Verhaftungen vor.
So beteiligen sich an der Hetze und Verfolgung von Kommunisten:
Armee und Flotte zusammen mit der Polizei,
Dann haben die Polizeibehörden noch eine „schwarze Liste‘ ein-
geführt für alle bekannten Kommunisten, und sie verstehen es, letz-
teren nachzuspüren und sind über die Stärke der kommunistischen
Organisationen gut unterrichtet. Wenn zum Beispiel der Mikado
sich irgendwohin begeben will, so werden alle auf der schwarzen
Liste Stehenden sofort beim Verlassen ihres Hauses verhaftet, Es
kommt auch oft vor, daß die Polizisten zum Unternehmer oder Haus-
wirt des betreffenden revolutionären Arbeiters gehen und ihm mit-
teilen, daß dieser Arbeiter ein Mitglied der Gewerkschaft oder ein
Kommunist sei und daß er nicht in Dienst behalten werden soll.
Es ist bekannt, daß Geschäftsleute es nicht lieben, sich mit der
Polizei abzugeben, daher versuchen die Polizisten die Geschäftsleute
zu veranlassen, die Ueberlassung von Lokalen oder Theatern an die
Kommunisten zu verweigern. In letzter Zeit sind sie besonders
brutal gegen die Kommunisten und Arbeiterführer geworden, Sie
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