Mikroskopische Untersuchung-,
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nach unten in eine Spitze mit einer überaus feinen Öffnung endigt (vergl,
Big. 45). In das Erlenmeyer-Kölbchen bringt man einige kleine Löffel voll
Kaliumpermanganat, in die Röhre starke (25°/ 0 -ige) Salzsäure. Während des
Tropfens und noch etwas länger findet eine lebhafte Chlorentwiokelung statt, die
für die Aufhellung der Substanz in der Vorlage genügt. Ein Entweichen des
Guses durch die Spitze wird durch den kapillaren Druck verhindert.
Es empfiehlt sich, nach dem Gebrauch des Apparates das Röhrchen in Wasser zu
stellen und als Antichlor einige Kristalle von Natriumhyposulfit ins Kölbchen zu werfen.
4. Statt des freien Chlors kann man auch Javellesche Lauge, ferner
Wasserstoffsuperoxyd und Ammoniak benutzen: in anderen Fällen — besonders
zum Nachweis von Haaren in Getreidemehlen — empfiehlt sich Chloralhydrat,
Wodurch die Stärke, nicht aber die Haare aufquellen.
Grobe Verunreinigungen und Verfälschungen können in dem Siebrückstand
zuweilen schon makroskopisch, oft mit Hilfe der Lupe erkannt werden, indem
® an den Rückstand auf einen Bogen weißen oder schwarzen Papiers ausbreitet.
Han liest die gleichartigen Schalenteilchen mit der Pinzette aus und behandelt
diese für sich getrennt wie oben, wodurch der Nachweis ihrer Abstammung er
dichten wird.
Bei Beurteilung der Reinheit der Futtermittel ist zu berücksichtigen, daß
fast stets gewisse natürliche Verunreinigungen, z. B. durch Unkrautsamen,
^dt, die sich häufig nicht vermeiden lassen, die auch nicht als eine absichtliche
crfälschung oder Beimengung zu betrachten und zu beanstanden sind, wenn sie
Sl ch in mäßigen Grenzen bewegen und nicht giftiger Natur sind.
Dazu kommt, daß die Saatwaren, die der Getreide- und Hülsenfruchtarten,
* ler die Ölsamen nicht selten durcheinander verladen oder nebeneinander
. bewahrt werden; daß besonders bei den überseeischen Ölsamen-Einfuhren z. B.
eme Schiffsladung, wenn sie mit dem einen Ölsamen nicht voll geworden ist, durch
611 anderen ergänzt und letzterer womöglich gleichzeitig mit dem ersteren ver
altet wird.
p ^ Besonders aber ist zu beachten, daß bei der Verarbeitung, beim Mahlen oder
R e - ? Sen usw - der Getreidearten und Ölsaaten in den Elevatoren, Transportschnecken,
und Zerkleinerungsmaschinen mitunter Teile der Saat Zurückbleiben,
jjjj.. s l c h heim Übergang von der einen zur anderen Sorte der nachfolgenden
>ll en und letzteres Fabrikationserzeugnis unfreiwillig verunreinigen können,
teile ^ an daher, wenn in einer Handelsabfallware vereinzelte Bestand-
s i c . ^ nes fremden Samens Vorkommen, nicht immer ohne weiteres auf eine ab-
d e . . 1Ce Verfälschung schließen. Letztere ist erst dann anzunehmen, wenn
vor', 11 tige f rem< lartige Bestandteile in größerer und gewinnbringender Menge
fanden sind,
S ]j . ^ enn ferner über die Natur der Beimengung nach den vorhandenen mikro-
gehalt 611 i^hhüdungen Zweifel bestehen, so soll man stets entweder vorrätig
m u t( .' Ue Mikroskopische Original-Präparate oder besser frisch aus dem ver-
herai ■ • ? ^ es f an dteil dargestellte mikroskopische Präparate zum Vergleich
s ämtli n en . un d darnach urteilen. Aus dem Grunde empfiehlt es sich, sowohl von
Bnkra t° U ln hietracht kommenden Saatwaren als auch von den verschiedenen
v °rrät' S<Unen un( l den zur Verfälschung dienenden Gegenständen Original-Muster
f j^ u halten, welche man in Zweifelsfällen zum Vergleich heranziehen kann,
ziehen 11 ei Geiu ist auch stets die chemische Untersuchung mit in Betracht zu
Zusam’i WenU ( hirch die mikroskopisch erwiesene Beimengung die mittlere chemische
cnsetzung der in Frage stehenden Ware verändert werden kann. Wenn