Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  Untersuchung.

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Vielfach  läßt  aber  die  Form  und  Größe  der  Stärkekörner  ganz  im  Stich;
man  muß  dann  nach  anderen  kennzeichnenden  Gewebselementen  suchen.
Was  die  Vorbereitung  dieser  Gruppe  Futter-  und  Nahrungsmittel  für  die
mikroskopische  Untersuchung  anbelangt,  so  sei  noch  besonders  bemerkt,  daß  man
zur  mikroskopischen  Untersuchung  der  Stärkekörner  entweder  das  natürliche
Mehl  oder  den  abgesiebten  feineren  Teil  der  Abfälle  (Kleie  usw.)  mit  so  viel  Wasser
'Verreibt,  daß  nur  eine  weiß-trübe  Flüssigkeit  entsteht,  von  der  ein  Tropfen  bei
300-facher  Vergrößerung  beobachtet  wird.
Die  Schalenanteile  werden  wie  vorstehend  mit  verdünnter  Salpetersäure
und  Kalilauge  oder  nach  Th.  Dietrich  und  A.  Hebebrand  (S.  286)  aufgeschlossen.
Zur  Aufhellung  der  Kleien  kann  auch  das  nachfolgend  angegebene,  von
B  Harnstein 1 )  veränderte  Uhlitzschsche  Verfahren  angewendet  werden:  Etwa
5  g  der  durch  ein  1  mm-Sieb  geschlagenen  Kleie  werden  mit  100—200  ccm  einer
sehr  verdünnten,  etwa  2  °/ 0 -igen  Salzsäure  unter  Umrühren  in  einer  Porzellanschale
  bis  zum  Aufküchen  erhitzt,  die  Flüssigkeit  sodann  durch  ein  Gazefilter,
Welches  über  einem  Becherglase  ausgespannt  ist,  gegossen,  das  Filter  beutelförmig
zusainmengefaltet,  der  Inhalt  des  Beutels  durch  Reiben  auf  der  Handfläche  unter
fließendem  Wasser  ausgewaschen,  bis  das  Waschwasser  klar  abläuft,  und  das  Filter
schließlich  ausgepreßt.  Sodann  wird  der  Rückstand  in  einem  Porzellantiegel  mit
einer  Mischung  von  Glyzerin  und  konzentrierter  Essigsäure  1  :  1  bis  zum
Kochen  erhitzt,  der  Inhalt  des  Tiegels  wiederum  auf  das  Gazefilter  gegeben  und  die
Glyzerin-Essigsäure  durch  geringes  Auswaschen  mit  Wasser  entfernt.  Die  mikroskopische ­
  Untersuchung  des  Präparates  kann  unter  Wasser  oder  Glyzerin  vorgenommen
Werden.

.  Bei  der  Aufhellung  der  Futtermehle  reibt  man  zweckmäßig  eine  angemessene
u& e  zunächst  mit  Wasser  an,  um  die  Bildung  von  Klümpchen  zu  vermeiden,  und
Währt  dann  wie  oben  angegeben.
•  Handelt  es  sich  darum,  aus  Mehlsorten  die  kennzeichnenden  Haare  zu
all  16 ^ en ’  80  erhitzt  man  etwa  50  g  Mehl  längere  Zeit  mit  verdünnter  Salzsäure,  bis
aß 6  gelöst  ist,  läßt  absitzen,  gießt  die  Flüssigkeit  vorsichtig  vom  Bodensatz
’  1t  letzteren  in  ein  spitz  zulaufendes  Absatzglas  (Champagnerglas  S.  252)  um,
st  n  nnt  mi t  warmem  Wasser,  rührt  um  und  läßt  abermals  absitzen.  Die  Ubern
  0IU ‘ e  Flüssigkeit  wird  wiederum  abgegossen  und  der  Bodensatz  mikroskopisch
10  rsuc ^-  Ch.  Steenbusch  schlägt  vor,  das  Mehl  vorher  zu  verkleistern  (etwa
aus^  K10—200  ccm  Wasser),  den  auf  55—60°  erkalteten  Kleister  mit  Malzkah
  ' 1 ^  i-HerBitot  aus  20  g  gemahlenem  Malz  durch  1-stündiges  Behandeln  mit  200  g
j)i  ® m  Wasser  und  Filtrieren  durch  ein  doppeltes  Filter)  oder  besser  durch
Prot  i aselösun g  zu  verzuckern,  die  Lösung  abzugießen,  den  aus  Haaren,  Schalen  und
l}at r ein , 8t °^ en  bestehenden  Rückstand  zur  Lösung  der  letzteren  mit  verdünnter
n  äuge  zu  behandeln  und  den  hierbei  verbleibenden  Rückstand  mikroskopisch
U  Versuchen.

Mal?  jf  ^  *ttmack  verwirft  indes  dieses  Verfahren,  weil  einerseits  durch  den
^  SfV eicht  Haare  in  das  Untersuchungsobjekt  gelangen,  andererseits  durch
Se hen  r °ni au ge  die  Haarwandungen  aufquellen  und  z.  B.  Roggonhaare  das  Ausvon
  Weizenhaaren  annehmen  können.
Hehloi^ 111  ^ esseren  Abscheidung  der  Haare  und  Zellpartien  aus  den  aufgeschlossenen
em pfiehlt  es  sich,  dieselben  in  der  Zentrifuge  von  T  hörn  er 2 )  zu  zentrifugieren.

')  Landw.  Versuchs-Stationen  1902,  56,  392.
2 )  Chem.-Zeitung  1891,  15,  1201.
Landwirtschaftliche  Stoffe,  3.  Auflage.

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