Full text : Autofernstraße Berlin, Leipzig, München, Rom

Straßen zu einem großen Durchgangsstraßenkörper, ausgehend von
der Einzelzelle. Der Planungsausschuß der Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau
 fing am anderen Ende an. Ausgehend vom Gesamtorganismus
 plante er zunächst das bekannte Fernstraßennetz und dann
nach Auslese das Spitzennetz mit 15000 km Länge, das sich nach den
letzten Beschlüssen der Studiengesellschaft auch an die bestehenden
Straßen angliedern soll, also ebenfalls lediglich den Ausbau der bestehenden
 Straßen zum Ziele hat und so mit dem erstgenannten Netz in
Einklang gebracht werden kann. Das Netz des Straßenbauverbandes soll
übrigens nach der neuen Verkehrskarte und nach den Vorschlägen der
„Stufa‘“ überprüft werden. Damit ist die wünschenswerte Zusammenarbeit
gewährleistet. Ich glaube übrigens, daß die eingangs erwähnten Nachrichten
 vom Ausbau des ersten Teils des Spitzennetzes als Nur-Autostraßen
 bis 1931 lediglich auf einem Mißverständnis der Absichten der
„Stufa‘“ beruhen. Anders kann ich mir das nicht erklären; denn der
Straßenbauverband — der eine amtliche Vertretung der Straßenbauverwaltungen
 der Länder und Provinzen ist — müßte davon wissen, daß
bis 1931 diese 2 Milliarden ausgegeben werden sollen.

Ich komme zum Ausbau. Wie soll nun ein solches Hauptnetz von
Landstraßen dem zukünftigen Verkehr angepaßt werden? Das ist
meines Erachtens die Kardinalirage in technischer und wirtschaftlicher
Hinsicht. Es gibt zwei Möglichkeiten. Man kann die bestehenden Straßen
dem neuzeitlichen Verkehr anpassen, und man kann neue Straßen bauen,
die nur dem Kraftwagenverkehr dienen. Man kann auch beides tun oder
schließlich Mittelwege einschlagen. Wählt man die erstgenannte Art, den
Ausbau der bestehenden Straßen, so wird man den Bau von Nur-Autostraßen
 auf die schon erwähnten Sonderfälle beschränken können, aber
nicht umgekehrt. Der Nahverkehr erfordert trotz des Baues von Nur-Autostraßen
 auch die Verbesserung der bestehenden Straßen. Schließlich
 ist noch der Gedanke zu erwähnen, die bestehenden Straßen auch
als Nur-Autostraßen auszubauen und dann für den Pferdeverkehr billige
Nebenstraßen zu bauen. Im folgenden sei der Ausbau der bestehenden
 Straßen kurz als „Ausbau“ bezeichnet, und die
Straßen, die nur dem Kraftwagenverkehr dienen sollen, sollen kurz
„Nur-Autostraßen‘“ genannt werden, da die Ausdrücke „Autostraße,
 Autofernstraße‘“ nicht eindeutig und daher irreführend sind und
die Bezeichnung Autobahnstraße zwar treffend ist, aber heute noch nicht
Ohne weiteres der Allgemeinheit verständlich sein wird. Deshalb bitte
ich, den Ausdruck „Nur-Autostraße‘, um jedes Mißverständnis vermeiden
zu können, wählen zu dürfen.
Ich brauche hier in diesem Kreise nicht näher auf den Ausbauder
bestehenden Straßen einzugehen. Die Fahrbahn muß auf ihre
ganze Länge eine widerstandsfähige, staubfreie Decklage erhalten, die

Il. Der Aust

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