Torpedowesen: Seeminen, 733
Schießbaumwolle — gefüllt war und entweder als Grundmine auf dem Grunde lag,
oder als Auftriebmine gegen Forttreiben in einer bestimmten Tiefe unter Wasser ver
ankert war. Für Häfen mit ivechselnden Gezeitenhöhen sind neuerdings selbstthätig
wirkende Tiefensteller in Gebrauch, so daß die Mine stets in demselben Abstand unter
der Wasseroberfläche verbleibt. Die Zündung der Kontaktminen erfolgte anfänglich ans
mechanischem Wege, indem durch den Stoß des Schiffes ein Gewicht von der Minendecke
fiel und einen Friktionszünddraht herauszog, welcher alsdann einen Pulversatz entzündete.
Später wandte man chemische Mittel an. Aus den Minen ragten zu diesem Zweck eine
Anzahl Glascylinder hervor, welche durch dünne Bleikappen geschützt und mit Schwefel
säure gefüllt waren. Stößt ein Schiff gegen die Bleikappe und verbiegt dieselbe, so
7öS. Vorrichtung zur Verteidigung des Trirstrr jiafens 1888.
bricht der Glascylinder, und die Schwefelsäure ergießt sich über eine Mischung von chlor
saurem Kali und Zucker, entzündet dieselbe und bewirkt so die Zündung der Mine.
Diese Kontaktminen haben nun den Nachteil, daß sie beim Auslegen und Lichten sich
leicht entzünden können; auch bieten sie den eigenen Schissen eine große Gefahr. Um
diesen Nachteilen entgegenzutreten, entstanden, von dem österreichischen Oberst Freiherr
von Ebner erfunden, die elektro - mechanischen Minen, welche durch ein Kabel
vom Lande den Strom erhalten und in welche der erforderliche Zündstrom automatisch
durch den Kontakt eines Schiffes eingeleitet wird, welcher sodann die Detonation
bewirkt. Wird die Stromzuführuug vom Lande ans abgestellt, so ist eine Entzündung
der Minen ausgeschlossen, und dieselben können alsdann gefahrlos gelichtet bezw. aus
gelegt werden. Die Minensperren werden meist quer durch das Fahrwasser gelegt und
zwar schachbrettförmig in drei Reihen derart, daß ein Passieren von Schiffen zlvischeu
den Minen unmöglich ist. Für die eigenen Schiffe werden meist freie Öffnungen als
Thore gelassen.