ist zu erwähnen, daß der durchschnittliche Überschuß der
Einfuhr über die Ausfuhr der Edelmetalle während der
letzten 5 Jahre den Betrag von ungefähr 21 Millionen
Pfund erreichte, sodaß mehr als die Hälfte dieser Summe
absorbiert werden müßte,“
Den Silberbedarf Indiens macht sich die Regierung
durch Belegung der Einfuhr mit einem Silberzoll nutzbar,
der im März 1910 von 5% des Wertes auf 4 Annas pro
Unze erhöht worden ist; bei dem damaligen Silberpreis ent
spricht das einem Zoll von 17% des Wertes 1 ),
Ein besonderes Gepräge verleiht dem internationalen
Zahlungsverkehr Indiens der Umstand, daß die indische
Regierung mit großen Überweisungen an ihm beteiligt ist.
Indien hat alljährlich in London für Zinsen 1 2 ), Tilgungs
raten und Pensionen für die zahlreichen britisch-indischen
Beamten die sogenannten home charges, etwa 17 Mill. £ 3 )
zu zahlen.
Volkswirtschaftlich wird dieser Betrag natürlich durch
den indischen Ausfuhrüberschuß gedeckt, finanztechnisch
kann die Abdeckung auf den zwei Wegen geschehen, die
jeder Privatwirtschaft zur Verfügung stehen; die indische
Regierung kann remittieren, d. h, den dortigen Exporteuren
oder den dahinter stehenden Banken ihre Londoner Über
schüsse abkaufen und dem Indian Council in London über
weisen lassen, oder sie kann von London aus auf die indi
schen Staatskassen trassieren und diese Abgaben in London
verkaufen. Gewählt wird der letzte Weg,
Der Indian Council in London läßt 4 ) durch die Bank
von England regelmäßig im offenen Geldmarkt auf Rupien
lautende Wechsel, sogenannte council drafts, oder Kabel
überweisungen auf die Schatzämter in Kalkutta, Bombay
oder Madras, je nachdem welcher Zahlungsort verlangt
wird, verkaufen. Früher stellte die Bank von England die
Council drafts nur jeden Mittwoch zum Verkauf; es ist
1) Über die Bedeutung der Maßregel siehe auch Volkswirtschaft
liche Chronik 1910 S. 200.
2) Nach Schilling, London als Anleihemarkt der englischen
Kolonien (Münchener Volksw, Studien 110/1911), belief sich Indiens
Anleiheschuld 1908 auf rund 250 Mill, £.
3) Nach dem deutschen Handelsarchiv betragen die home
charges 25,75 Mill. £ jährlich,
4) Nach S w o b o d a , Arbitrage,