Full text : Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde

ZWEITER TEIL: DER VERKEHR
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1973

1925

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149/150. Mengen und Anteile der Hauptwarengruppen am Gesamtgüterverkehr
a) auf den deutschen Eisenbahnen (Abb. 149), b) auf den Binnenschiffahrtswegen
des Deutschen Reiches (Abb. 150) 1913, 1925, 1926 und 1927.

fahrt in jedem Sommer einige Wochen wegen zu niedrigen Wasserstandes eingestellt
 werden. — Auch der Verlauf der Flußlinie und die Ausbildung
des ganzen Stromsystems sind nicht gleichgültig. Flüsse mit starken Windungen
und nur kleinen oder parallel laufenden Nebenflüssen sind für die Schiffahrt
weniger nutzbringend als mehr geradlinig verlaufende Ströme mit weit ausholenden
 Zuflüssen. Man vergleiche die untere Seine und den Rio Grande del
Norte mit dem Mississippi und den sibirischen Strömen. Die Leichtigkeit der
Verbindung zweier Stromsysteme hängt ab von der größeren oder geringeren
Breite und Höhe der wasserscheidenden Gebiete. Tieflandströme, deren
Nebenflüsse oder obere Stromteile sich stark nähern, sind in dieser Beziehung
am günstigsten. Ein Beispiel dafür bieten die Ströme des Europäischen Rußland,
 — Dichtbesiedelte Länder mit hoher wirtschaftlicher Entwicklung, namentlich
 reicher Gütererzeugung oder großem Güterverbrauch, beleben die
Schiffahrt eines Stromes ganz anders als Gebiete schwacher Bevölkerungsdichte
und geringer wirtschaftlicher Entfaltung. Rhein und Amazonas mögen als gegensätzliche
 Beispiele für beide Fälle dienen. — Endlich ist von besonderer Bedeutung
 die Lage der Mündung eines Stromes, Mündet er in einen offenen,
vom Weltverkehr berührten Meeresteil, so wird er für die Warenein- und -ausfuhr
 der von ihm durchflossenen Länder von höchster Bedeutung sein. Endet
er dagegen in einem dem großen Verkehr verschlossenen Binnenmeere oder in
einem aus klimatischen Gründen vom Verkehr gemiedenen Meere, so ist seine
Bedeutung: als Schiffahrtsstraße viel geringer. Das erkennen wir recht deutlich
bei einem Vergleich zwischen Rhein und Donau, Elbe und Oder, Düna und Dwina.
Stromregulierung und Kanäle. Die von Natur mangelhaften Schifffahrtsverhältnisse
 eines Stromes können durch künstliche Eingriffe und
Bauten verbessert werden. Durch Baggerung sowie Einbau von Längsdämmen
 (Leitdämmen) und Buhnen in den Strom wird die Wassertiefe
 vergrößert, durch Sprengungen werden Stromschnellen beseitigt,
durch Durchstiche und „Begradigungen“ stark gewundene Flußläufe
gestreckt. Talsperrenanlagen ermöglichen eine Regulierung der Wasserführung.
 Häufig werden heute Kraftanlagen mit solchen Stromregulierungen
 verbunden, um dadurch eine Verzinsung der Baukosten
zu erleichtern. Das wichtigste künstliche Mittel aber, um die Schiffahrtsverhältnisse
 eines Landes günstiger zu gestalten, sind die Kanäle.
            
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