Ill. FRUCHTHAINE UND REBENGELÄNDE DER ERDE
67
+/. Weinbaulagen an der unteren Mosel zwischen Kochem und Alf.
Verkleinerter Ausschnitt aus den Meßtischblättern Nr. 3362/3400: Kochem und Alf. (Reichsamt für
Landesaufnahme.) Die nach Süden geneigten Hänge sind von den Weinbergen, die auf der Karte
kräftig umrandet sind, bevorzugt.
Auch die Bodenart ist für Güte und Menge des Erzeugnisses maß-
gebend. Dabei scheint es aber weniger auf deren chemische Zusammen-
setzung anzukommen. — denn die Reben gedeihen auf den verschieden-
sten Böden: Lehm, Löß, Mergel, Tonschiefer, Kalk, Basalt, Sand, Kies,
sogar Moränenschutt — als vielmehr auf ihre physikalischen Eigen-
schaften: Dichte, Ernährungsfähigkeit, wasserhaltende Kraft, Anziehungs-
vermögen für die Feuchtigkeit aus der Tiefe, Durchlüftung usw. Auch die
Farbe ist nicht gleichgültig, da dunkle Böden sich rascher und stärker
erwärmen als heile. Im allgemeinen gibt ein mit Gesteinstrümmern,
Kies, Grus und grobem Sand gemischter dunkler Boden dem Rebbau
die günstigsten Bedingungen. Dabei kommt es vor allem auf die
Schicht von 25—70 cm Tiefe an, da in dieser sich die Wurzeln aus-
breiten. Übrigens ist es gerade die unterschiedliche Art des Bodens,
die die Verschiedenheiten der Weinsorten. ihre Eigenart in „Blume“
und „Bukett“ erzeugt.
Die nördliche Weingrenze erreicht ihre höchste Breite in Deutschland, wo
sie in einzelnen „Weininseln“ an der unteren Unstrut, an der mittleren Saale,
an der Elbe bei Meißen, bei Bomst und Grünberg in Schlesien bis 524° n. B.
vordringt. Im Westen Europas wird sie durch die kühlen Sommer des oze8-
nischen Klimas, im Osten durch die starken Winter südwärts gedrückt. Auch
in Amerika erreicht sie in den Weingebieten am Ontariosee bei Albany und
in Kalifornien nur stellenweise den 43. Grad.
Die wichtigen Weinländer. Wie die Übersicht S. 73f. erweist, ist
Frankreich zum mindesten der Menge des erzeugten Weines nach das
erste Weinland der Erde, vor allem steht es in der Gewinnung von
Rotweinen allen anderen Ländern der Erde weit voran. Abgesehen