fullscreen : Die deutsche Zigarettenindustrie

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beiter  ankommt,  legt  betreffende  Fabrik  pro  Jahr  und  Arbeiter
100  Mk.  in  einer  Rentenversicherung  an,  damit  ihnen  im  Alter  oder
bei  Invalidität  Unterstützung  gewährt  wird.  Dies  geschieht,  weil
nach  Meinung  des  Fabrikbesitzers  die  Arbeiter  selbst  bei  hohem
Lohn  nicht  dazu  kommen  würden,  einige  Mark  für  das  Alter  oder
unvorhergesehene  Zufälle  beiseite  zu  legen.  Zudem  gewährt  die
gleiche  Firma  bei  längeren  Krankheiten  oder  Todesfällen  von  Familienangehörigen ­
  je  nach  Würde  und  Bedürftigkeit  Unterstützungen
von  30—50  Mk.
Eine  andere  Dresdener  Firma  gewährt  ihren  Werkmeistern
Wohnungsgeldzuschüsse  in  der  Höhe  von  je  hundert  Mark  pro
Jahr,  zahlbar  in  Raten  am  Ende  eines  jeden  Quartals.
2.  Gewährung  freier  Zigaretten.
In  fast  allen  Betrieben,  den  großen  wie  den  kleinen,  erhalten
die  männlichen  Arbeiter  wöchentlich  50—100  Freizigaretten:  dies
geschieht,  um  Entwendungen  vorzubeugen.  Zudem  ist  den  Arbeitern
zumeist  Gelegenheit  geboten,  Ausschuß-  und  Lehrmädchenzigaretten,
die  sonst  in  den  Fabriken  gewöhnlich  überhaupt  nicht  verkauft
werden,  für  wenig  Geld  zu  erwerben.
3.  Fabrik-Sparkasse.
In  einer  Dresdener  Zigarettenfabrik  besteht  seit  1.  Juli  1904
eine  Sparkasse.  Die  Beteiligung  daran  ist  eine  freiwillige.  Einlagen ­
  werden  an  jedem  Lohntage  angenommen,  ohne  Rücksicht
auf  die  Einlagezeit  mit  6°/o  verzinst  und  können  jederzeit  zurückgezogen ­
  werden.  Am  Ende  eines  jeden  Jahres  werden  die  gesamten
Spargelder  zurückgezahlt,  wobei  unter  die  Sparer  zugleich  der  Ertrag ­
  der  Kantinenmiete  (600  Mk.)  verteilt  wird.  Bei  Verteilung
letzterer  ist  nicht  die  Höhe  der  eingezahlten  Beträge,  sondern  die
Zahl  der  Spareinlagen  für  die  Höhe  des  auf  jeden  Sparer  entfallenden ­
  Betrages  maßgebend.
Die  Beteiligung  an  dieser  Kasse  gestaltete  sich  in  den  einzelnen
Jahren  folgendermaßen:

Jahr

1904  *)

1905

1906

1907

1908

Zahl  der  ausgestellten  Bücher

149

270

192

220

289

Summe  der  Spareinlagen

2818  Mk.

4536  Mk.

5854  Mk.

10232  Mk.

14977  Mk.

Im  Laufe  des  Jahres  zurückgezahlt

388  „

2000  „

1264  „

813  „

?

Bestand  am  Ende  des  Jahres

2430  „

2536  „

4590  „

9419  „

?

1)  Es  kommt  nur  ein  halbes  Jahr  in  Betracht.
            
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