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4. Fabrikküchen.
In den meisten großen Zigarettenfabriken gibt es Fabrikküchen
mit besonderen Eßräumen, wo den Arbeitern billige und gute Speise
sowie Getränke verabreicht werden. So erhalten beispielsweise die
Arbeiter in einer Dresdener Fabrik für 25 Pfg. eine Portion Fleisch
mit Gemüse, für 3 Pfg. einen Topf Kaffee mit Milch und Zucker.
Ferner finden sich in vielen großen Fabriken Dampfwärmschränke
zum kostenlosen Aufwärmen selbst mitgebrachter Speisen.
5. Hygienische und andere Einrichtungen.
Man muß den großen Zigarettenfabriken das Zeugnis ausstellen,
daß sie in hygienischer und sozialer Beziehung fast ausnahmslos
musterhaft eingerichtet sind. Von den kleineren und zum
Teil auch von den mittleren Betrieben kann man hingegen leider
nicht immer das gleiche behaupten. Während letztere beiden
Kategorien von Betrieben ihr Heim sehr oft in ungesunden, halbfinsteren
Räumen aufgeschlagen haben — wurde doch von einem
Gewerbeinspektor in Oberbayern sogar eine Zigaretten-„Fabrik“ in
Kellerräumen betroffen 4 ) — weisen die Großbetriebe fast ausnahmslos
große, luftige Arbeitssäle auf, in die von zwei bis drei Seiten
durch hohe, spiegelblanke Fenster das Licht flutet.
Elektrische Ventilatoren sorgen hier zumeist für ständige Erneuerung
der Luft; die Arbeitssäle einer großen Dresdener Zigarettenfabrik
sind sogar mit besonderen Staubsaugevorrichtungen versehen.
Um einen Begriff von den im Interesse des Betriebes und der
Arbeiter getroffenen Einrichtungen einer modernen Zigarettenfabrik
zu geben, seien hier die diesbezüglichen Einrichtungen der Yenidze-Zigarettenfabrik
in Dresden genannt 1 2 ): Mit zwei elektrisch betriebenen
Fahrstühlen, die je zwanzig Personen fassen, werden hier die Arbeiter
in die oberen Etagen befördert, so daß ihnen das Treppensteigen
erspart bleibt. Das Tragen von Lasten innerhalb der Fabrik
fällt überhaupt weg, da alles per Fahrstuhl oder kleine Wagen von
Ort zu Ort befördert wird. Um die Arbeiterinnen zu größtmöglicher
Sauberkeit anzuhalten, sind vor jedem Kloset Marmorwaschbecken
angebracht, denen die Leitung warmes oder kaltes Wasser, je nach
Belieben, zuführt. Saubere Handtücher, von der Fabrik stets erneuert
geliefert, hängen daneben. Ferner stehen den Arbeitern noch un1)
• Jahresberichte der Gewerbe-Aufsichtsbeamten und Bergbehörden für das
Jahr 1902, Teil II, 2 Seite 9.
2) Vergl. hierzu auch den Artikel „Die moderne Fabrik“ von Edmund
Fischer im Plutus, 6. Jahrg. Heft 32.