fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

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Solche Umwandlungen rentieren natürlich nur bei großen Walken. 
Kleine Walken werden gewöhnlich herausgerissen und verbrannt, und 
nur wenige, oft viele Jahrzehnte noch liegen bleibende Eisenteile, wie 
Achsen oder schwere Nägel zeugen von ihrer einstigen Existenz. Das 
Gebäude, in welchem sich die Walke befand, dient dann anderen Zwecken; 
so trat z. B- 1794 als Käufer einer der beiden Walkmühlen, welche vom 
Königsberger Weißgerberhandwerk schuldenhalber verkauft werden mußte, 
der Nädlermeister Gerlach auf, welcher dort eine „Drahtfabrique", wie 
der etwas vollklingende, aber ganz im Geiste jener Zeit gebrauchte 
Ausdruck lautet, einrichten wollte Z. Die Einführung der Dampfkraft 
und der eisernen Maschinen mit höheren Leistungsfähigkeiten hat dann 
die durch die Walke geschafseue Gemeinschaft aufgelöst und zerstört, und 
das Zeitalter des Dampfes hat den gemächlichen Gang der Stampfe 
ersetzt durch höhere Geschwindigkeiten in Formen ganz anderer Prin 
zipien; es ist nicht unsere Aufgabe, die Überführung der Stampfe in 
die Maschinen der verschiedenen Gewerbe zu verfolgen; der Grundge 
danke der Stampfe ist, wenn auch für andere Zwecke, heute noch bei 
behalten, die Fortsetzung aber der Arbeit speziell der Sämischgerber 
walke im maschinenmäßigen Betrieb soll uns unter anderem in der 
folgenden Betrachtung beschäftigen. 
§ 18. Tie Arbeitsmaschinen. 
Die Arbeitsmaschine ist das im Hinblick auf höchste Leistungs 
fähigkeit kapitalistisch entwickelte Werkzeug; daher ergibt sich für uns 
die Aufgabe, die Entwicklung der Maschinen unter einem dreifachen 
Gesichtspunkte zu untersuchen, nämlich erstens ist von Bedeutung der 
Zeitpunkt des Einsetzens maschinentechnischer Ideen im Zusammen 
hange der Wirtschaftsgeschichte überhaupt wie im besonderen Zusammen 
hange der Entwicklung der Gerberei, zweitens gilt es, die Entwicklung 
der Arbeitsmaschinen aus dem handwerksmäßigen Werkzeug im Hin 
blick auf die Fortbildung oder Abänderung der Arbeitsprinzipien zu 
studieren, drittens ist dann noch die Vermehrung der Leistungsfähig 
keit kurz zu betrachten. 
Die handwerksmäßige Technik mit dem Spannen der Haut in den 
Rahmen oder mit der Bearbeitung auf dem Schabebaum, mit der Zu 
richtung auf einem flachen Tisch, mit der ganzen Form der Werkzeuge, 
hatte sich dem Wesen der Haut vollkommen angepaßt; alle diese Ein 
richtungen stellen einen Kompromiß dar zwischen der Natur der Haut 
und der Beschaffenheit der menschlichen Organe in bezug auf die Be 
st Königsberg 1794—1828, Okt. 1794.
	        
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