Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

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dumpfe Stoß und Schlag der Treiber Takt in das Tohuwabohu der 
hastenden Maschinen bringt, dann ist es mir oft, als ob der rasche 
Takt der Maschinen sich mir mitteilt und einen inneren Anschluß her⸗ 
stellt ...“ Und wieder andere Arbeiter bekennen, daß sie die halb⸗ 
automatisch verlaufende Arbeit deshalb schätzen, weil sie dabei unge⸗ 
stört philosophieren oder sich unterhalten können. 
Neuere Untersuchungen scheinen zu beweisen, daß für die Stellung 
zur Maschine neben der Verschiedenartigkeit des psychischen Typus vor 
allem auch die Art der Maschinenarbeit entscheidend ist. In den Er⸗ 
hebungen über die Arbeitsfreude von De Man) z. B. zeigt sich die 
verschiedene Bewertung der Maschinenarbeit für die Arbeitsfreude 
davon bestimmt, ob der betreffende Gutachter eine hoch qualifizierte 
Maschine selbst zu lenken hat oder ob es sich um Maschinen handelt, 
durch die fortgesetzt bis aufs äußerste zerlegte Teilarbeit verrichtet 
wird, wobei der Arbeiter nichts anderes als nur die Zuführung des 
Materials zur Maschine und den Arbeitsprozeß zu beobachten, und die 
Abnahme der fertigen Stücke zu überwachen hat. Das Verhältnis 
der befragten Arbeiter und Angestellten zur Maschine schwankt 
zwischen Enthusiasmus und kühler Billigung. Nirgends tritt eine 
grundsatzliche Ablehnung hervor. 
Zu den begeistertsten Freunden der Maschine zählen vor allem die 
Metallarbeiter, denen die Einführung der Maschinenarbeit zweifellos 
zu einer wesentlichen Arbeitserleichterung verholfen hat. „Ich glaube,“ 
schreibt ein Metallbohrer, „daß es kein Zufall ist, wenn man meine 
Maschine' sagt ... eine dieser Maschinen ... eine große Seilbohr⸗ 
maschine mit automatischem Verschub habe ich direkt gern.“ „Ich 
liebe meine Maschine,“ bekennt eine Stenotypistin, „nur will ich dabei 
nicht gehetzt werden.“ Ein Zigarettenmaschinenführer schätzt den 
Rhythmus der Maschine hoch, darum habe er sich, obgleich gelernter 
Maschinenschlosser, „in seinem derzeitigen Beruf am wohlsten gefühlt“. 
H Der Kampf um die Arbeltsfreube, Diederichs, Jena 1927.
	        
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