1566
dumpfe Stoß und Schlag der Treiber Takt in das Tohuwabohu der
hastenden Maschinen bringt, dann ist es mir oft, als ob der rasche
Takt der Maschinen sich mir mitteilt und einen inneren Anschluß her⸗
stellt ...“ Und wieder andere Arbeiter bekennen, daß sie die halb⸗
automatisch verlaufende Arbeit deshalb schätzen, weil sie dabei unge⸗
stört philosophieren oder sich unterhalten können.
Neuere Untersuchungen scheinen zu beweisen, daß für die Stellung
zur Maschine neben der Verschiedenartigkeit des psychischen Typus vor
allem auch die Art der Maschinenarbeit entscheidend ist. In den Er⸗
hebungen über die Arbeitsfreude von De Man) z. B. zeigt sich die
verschiedene Bewertung der Maschinenarbeit für die Arbeitsfreude
davon bestimmt, ob der betreffende Gutachter eine hoch qualifizierte
Maschine selbst zu lenken hat oder ob es sich um Maschinen handelt,
durch die fortgesetzt bis aufs äußerste zerlegte Teilarbeit verrichtet
wird, wobei der Arbeiter nichts anderes als nur die Zuführung des
Materials zur Maschine und den Arbeitsprozeß zu beobachten, und die
Abnahme der fertigen Stücke zu überwachen hat. Das Verhältnis
der befragten Arbeiter und Angestellten zur Maschine schwankt
zwischen Enthusiasmus und kühler Billigung. Nirgends tritt eine
grundsatzliche Ablehnung hervor.
Zu den begeistertsten Freunden der Maschine zählen vor allem die
Metallarbeiter, denen die Einführung der Maschinenarbeit zweifellos
zu einer wesentlichen Arbeitserleichterung verholfen hat. „Ich glaube,“
schreibt ein Metallbohrer, „daß es kein Zufall ist, wenn man meine
Maschine' sagt ... eine dieser Maschinen ... eine große Seilbohr⸗
maschine mit automatischem Verschub habe ich direkt gern.“ „Ich
liebe meine Maschine,“ bekennt eine Stenotypistin, „nur will ich dabei
nicht gehetzt werden.“ Ein Zigarettenmaschinenführer schätzt den
Rhythmus der Maschine hoch, darum habe er sich, obgleich gelernter
Maschinenschlosser, „in seinem derzeitigen Beruf am wohlsten gefühlt“.
H Der Kampf um die Arbeltsfreube, Diederichs, Jena 1927.