1. Die treibenden Kräfte.
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Arbeit beim Füllen und Entleeren der Seiher nur noch darin
besteht, daß der Arbeiter die Preßdeckel und Zwischenbleche
hineinlegt, bzw. von den ausgepreßten Kuchen abzieht. Diese
Füllpressen werden direkt unter dem Samenwärmer angebracht,
und eine einzige genügt zum Betriebe von 3—6 Pressen. Die
Seiher werden dabei zum Entleeren und Füllen aus der Presse
auf einen Wagen gezogen und zur Füllpresse gefahren, und es
ist zu einem kontinuierlichen Betriebe nur ein überzähliger
Seiher nötig. Zur Bedienung einer derartigen Seiherpressen
batterie sind nur zwei Arbeiter nötig (der eine an der Füllpresse,
der andere zur Bedienung des Wagens), und eine jede ihrer
Pressen verarbeitet bei einer Seiherabmessung von 1200 zu
450 mm und einer Druckdauer von je 35 Minuten in 24 Stunden
ca. 4500 kg Sesam oder Erdnuß zweiter Pressung 22 ).
Obgleich das Verbringen der Seiher auf die Wagen und das
Fahren zur Füllpresse heute meistens durch maschinelle Kraft
geschieht, erfordert es doch besonders bei kurzer Druckdauer
(beim Vorschlag) relativ viel Zeit und Mühe. Diese Umständ
lichkeit des Hin- und Herfahrens wird vermieden bei den sogen.
Drehpressen, in denen zwei Seiher um eine Säule drehbar auf
gehängt sind. Während der eine Seiher sich unter der Presse
befindet und unter Druck steht, wird der zweite ausgeschwenkte
Seiher in einer an die Hauptpresse angebauten Füllpresse ent
leert und gefüllt. Da selbst bei den größten Konstruktionen des
Seihers die Zeit, welche zum Entleeren und Füllen eines Seihers
nötig ist, nur etwa 13 Minuten beträgt, kann man aber eine
solche Drehpresse, namentlich bei längerer Preßdauer, nur sehr
unvollkommen ausnutzen. Um die Ausnutzung der Presse zu
steigern, zieht man neuerdings auch die Füllpresse zur eigent
lichen Preßarbeit mit heran. Man preßt nämlich auf ihr mit dem
Ausstoßkolben schon einen gewissen Teil des Öles ab und
schwenkt erst nach einer angemessenen Zeit den teilweise aus
gepreßten Seiher unter die Hauptpresse, wo er nun in relativ
kürzerer Zeit völlig ausgepreßt wird 23 ). Derartige Drehpressen
sind bekannt unter dem Namen „Verbundpressen“. Das Um
malige Charge des Seihers zu erhöhen, baute man diese Apparate dann bald
so, daß man mit ihnen beim Laden auch die Samenmasse zusammendrücken
konnte.
* 2 ) Nach Ubbelohde, 1. c. Bd. I, S. 484.
2 ») Nach Ubbelohde, 1. c. Bd. I, S. 489.