6. Kap. Wirtschaft und Bevölkerung v. Beginn d. 19. Jahrh, bis z. Gegenwart IOI
1,6665 Mill.
2,2506
2,6346
3,1157
3,7675
3,550
4.1890
Auf der gleichen Bodenfläche fand also eine progressiv steigende
Volkszahl ihren Lebensunterhalt. Dabei hat sich in der neueren
Zeit das Volkswachstum in einer ganz anderen Weise vollzogen, als
in früheren Jahren. Die folgende Tabelle soll dies für einige europäische
Staaten zeigen. Die Kriegsjahre mit ihren in dieser Hinsicht
ganz anormalen Verhältnissen mußten natürlich dabei ganz
außer acht gelassen werden. Es kamen auf 1000 Einwohner
Geburten Sterbefälle Geburtenüberschuß
In den Deutsches England Schwe- Deutsches England Schwe- Deutsches England Schwe-Jahren
Reich u.Wales den Reich u,Wales den Peich u.Wales den
1841—50 361 326 zT >? . 205 .7 70,2 10,5
1851-—60 353 ww 11,1
1861—70 2372 11,2
1871—80 391 N 12,2
:881—090 2368 3 12,2
1891—00 2361 = 8 10,7
[901—10 339 3 107 53 49 4,2 ‚8 10,9
£{Q911—13 290 240 236 168 139 138 12,2 612 9,9
1920—24 231 213 203 139 122 124 9,2 9,1 7,9
1925-—26 202 182 175) 118 119 117) 8,3 6,2 5,81)
‘) 1025
Die Geburtenhäufigkeit und die Sterbehäufigkeit sind etwa seit
dem Jahre 1890 wesentlich zurückgegangen. Zunächst die Sterblichkeit
noch stärker als die Geburtenzahl, so daß sich steigende Geburtenüberschüsse
ergaben. Dann begann: der Rückgang der Geburtenhäufigkeit,
vor allem seit Kriegsende, denjenigen der Sterblichkeit
zu überholen, so daß jetzt die Geburtenüberschüsse zurückzugehen
begannen. Auf die Ursachen und die Bedeutung dieser Wandlung
ist später genauer einzugehen. Hier sind einstweilen nur die Tatsachen
darzustellen. Wenn man, was an dieser Stelle aus Raumgründen
nicht geschehen kann, die Entwicklung der Sterblichkeit
in den einzelnen Jahren für sich betrachtet, dann erkennt man
deutlich, daß der Rückgang fast ununterbrochen gewesen ist und
daß nicht wie in früheren Zeiten als Folge von Epidemien und Hungersnöten
die Sterblichkeit wieder zeitweilig stark in die Höhe ging. Die
Zunahme des Wohlstandes, die Fortschritte von Hygiene und Medizin,
die starke Besserung der Verkehrsverhältnisse, haben es bewirkt, daß