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Erster geschichtlicher Teil
und ihren Organisationen zu arbeiten genötigt sei, wenn sie in der
genannten Richtung eine Art von Erschöpfung der Möglichkeiten
vor sich sähe oder zu sehen glaubte.
Wo aber Dühring nun wirklich von derjenigen Erschöpfung
spricht, die dahin führe, „daß alle Gelegenheiten zur Anwendung
von Arbeit und Produktionsmitteln bereits besetzt sind“, da spricht
er nur von einer intensiven Erschöpfung des Bodens. Sie besteht
darin, „daß die Methoden versagen, neue immer ergiebigere Produktionsmittel
in Anwendung zu bringen“ Wenn Dühring den
Ausweg dafür in einer Art von Kolonisation sieht, darin, den Menschen
und seine Arbeitsmittel „auf frischere Kulturstätten“ zu verpflanzen,
so ist damit das Problem keineswegs gelöst, sondern nur hinausgeschoben.
Daneben denkt er unter dem Einfluß der Liebigschen
Bodenerschöpfungstheorie?) nur noch an die „Aufbrauchung.
des Ackerbodens durch bleibende Entfernung seiner
pflanzenernährenden Bestandteile“. So sehr er auch darin Recht hat,
daß bei einer rationellen Gestaltung der Landwirtschaft und einer
intensiveren Ausgestaltung derselben, die Ursachen der Bodenerschöpfung
von selbst in Wegfall kommen werden, so handelt es
sich gerade deshalb damals und heute um ein relativ untergeordnetes
Problem. Das weit wichtigere Gesetz vom sinkenden Bodenertrag,
von dessen Geltung die Ergiebigkeit der menschlichen
Arbeit abhängt, wird von ihm in diesem Zusammenhang vollständig
außer Betracht gelassen. Die Lehre Dührings ist so eingehend
dargestellt worden, weil er unter den deutschen Schriftstellern des
19. Jahrhunderts auf diesem Gebiet mit das Bedeutendste geleistet
hat. Malthus hatte eine im wesentlichen naturalistische, Dühring
eine durchaus gesellschaftlich orientierte Bevölkerungslehre
aufgestellt. Damit hat er mit großem Geschick auf die
Mängel der Malthus’schen Lehre hingewiesen, ohne aber doch in
genügender Weise zu beachten, daß dem naturalistischen Kern bei
Malthus doch auch ein gewisser Wahrheitsgehalt zukomme.
Malthus hat den Menschen und seine Arbeit zu sehr unterschätzt,
Dühring hat sie allein in den Vordergrund gestellt, ohne genügend
darauf zu achten, daß sich die menschliche Arbeit mit Erfolg immer
nur an den Gaben der Natur betätigen kann und daß die Größe
dieses Erfolges in hohem Maße auch davon abhängt, welche Opfer
der Mensch aufwenden muß, um diese Gaben der Natur zu erlangen.
1) Vgl. dazu vor allem J. Conrad, Liebigs Ansicht, a. a. O. und J. v. Liebigs
Ansichten, a. a, O.