3. Kap. Das Altertum
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Teil der Mittel verschaffte, seine Zahlungsbilanz aktiv zu erhalten, das
sehen wir im römischen Reich in seiner Blütezeit in viel gewaltigerem
Maße. Nicht nur eine große Menge von Sklaven strömt hier als
willkommene Beute siegreicher Feldzüge zusammen, auch Kostbarkeiten,
Edelmetalle, Schätze aller Art fließen aus aller Welt dahin.
Unter solchen Verhältnissen fehlt es nicht an den Mitteln, sich die
gewaltigen Einfuhren zu beschaffen, die notwendig sind. Das ändert
sich, als mit dem Niedergang des römischen Imperiums diese beuteteichen
Feldzüge langsam aufhören. Die Politik der späteren
römischen Kaiser war vor allem darauf bedacht, das Erworbene zu
bewahren und die Kämpfe gegen die Germanen und gegen die
Parther zeigen, daß dies immer weniger gelungen ist. Die Wirkungen
dieser Entwicklung mußten sich besonders nach zwei Seiten hin
zeigen. Es begann zunächst ein Mangel an Sklaven aufzutreten.
Das setzte bereits zu Beginn des Kaiserreiches ein und verschärfte
sich in der Folgezeit erheblich. Für die Nahrungsversorgung mußte
dies umso verhängnisvoller werden, als sich die große Wanderung
vom Lande nach der Stadt vollzog und die Vermehrung der alteingesessenen
Bevölkerung immer mehr zurückging. „Es liegt deutlich
vor Augen, wie die Bevölkerung nicht mehr ausreichte, um
gleichzeitig die Felder zu bestellen und die notwendigen Heerdienste
zu leisten; das ergibt sich aus der Geschichte der neueingeführten
Rekrutierung. Ursprünglich hatte allgemein jeder Grundbesitzer
nach Bedarf so und so viel Rekruten abzuliefern. . .. Die Arbeitskraft
war so wertvoll, weil man sie infolge des Bevölkerungsmangels
nicht leicht ersetzen konnte. ... In einer Provinz nach der anderen
brachten es die Grundbesitzer durch ihren Einfluß zustande, daß sie
Statt Kolonen Geld zahlen durften. ... Und das hatte nun die ungeheuer
wichtige Folge, daß die Lücken im Heer entweder nicht
mehr ausgefüllt wurden ... oder daß man zu dem Mittel griff, das
kein Heilmittel, sondern Gift war für das römische Reich, daß man
durch Werbung und Inkorporierung von Feinden des römischen
Reiches das römische Heer ergänzte !).“
Dieser Arbeitermangel war einer der Gründe, warum die Landwirtschaft
in spätrömischer Zeit immer extensiver betrieben wurde
und die Weidewirtschaft immer mehr zunahm. Aber nicht nur, daß
mit dem Aufhören der Eroberungskriege die Sklavenzufuhr zu Ende
ging, das gleiche galt auch von der sonstigen Beute und den
Tributen in der Form von Edelmetallen und Naturalleistungen,
) Hartmann, a, 2, O., S, 227 und Seeck, a. a. O., 3. Aufl, Bd. 1, S. 375.