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Wirtsch aftlich e V erhältnisse
schneller auswachsen und sich leicht mästen. In der warmen Jahres
zeit erhalten die Schweine nur Gras, im Winter rohe Kürbisse und
Maisabfälle. Infolgedessen liefern sie nur wenig Fett. Die Anzahl
der Schweine betrug 1916 1359289.
Der Geflügelzucht wird, da der Preis des Geflügels in den
letzten Jahren bedeutend gestiegen ist, größere Aufmerksamkeit
zugewendet. Weil das rumänische Huhn klein ist, werden zu Kreu
zungen Plymouth- und Orpingtonhähne verwendet. Auch Enten
und Gänse werden ziemlich stark gezüchtet. Truthühner und edleres
Geflügel kommen nur in den Höfen der wohlhabenden Klassen vor.
Mit der Mästung des Geflügels befassen sich die Züchter selten,
weshalb Eeflügelfette schwer erhältlich und teuer sind. Ein inten
siver Export von Geflügel kann sich infolge des starken Konsums
im Lande nicht entwickeln. An Eiern hingegen werden alljährlich
im Frühjahre ansehnliche Mengen nach Deutschland und Öster
reich-Ungarn erportiert. 1913 betrug der Export 104090 Zentner.
Die Bienenzucht wird meist nur nebenbei aus Liebhaberei
und gewöhnlich auf primitive Weise betrieben. 1911 wurden
302962 Bienenstöcke gezählt, welche 388389 kg Honig und 94867 kg
Wachs im Gesamtwerte von 647 627 Lei lieferten.
Die Seidenraupenzucht wird von der Regierung werktätig
gefördert. Zu ihrer Hebung hat sie die Anlage großer Maulbeer
pflanzungen angeordnet. Mit der Zucht der Seidenwürmer befaßten
sich 1910 35176 Personen, welche einen Ertrag von 215120kg roher
Cocons erzielten.*)
Der Gesamtwert der Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine
und Bienen wurde mit mindestens 600000000 Lei veranschlagt.
Sie standen im Besitz von 971327 Personen. Ihre prozentuelle
Verteilung auf die einzelnen Kategorien von Besitzern ist aus der
Tabelle Seite 21 ersichtlich.
Mit der Viehzucht beschäftigen sich daher nahezu ausschließlich
die Bauern; der Großgrundbesitz vernachlässigt sie in auffallender
Weise.
Über den Gesundheitszustand des Viehs gibt die rumänische
Veterinärstatistik Aufschluß. Ihr zufolge erkrankten im letzten Jahr
zehnt im Mittel jährlich: an Maul- und Klauenseuche 40204 Rinder
infolge von Ansteckung und 122767 infolge von Impfung, ferner
220 Schweine und 2116 Schafe, an Pocken 26084 Schafe infolge
von Ansteckung und 48667 infolge von Impfung, an Schweinepest
2813 Schweine, an Rotlauf 1142 Schweine, an Rotz 337 Pferde
*) Vgl. Rumänien von der Direktion des k. k. öst. Hcmdelsmuieums
Wien 1917.