Object: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Mindestumsatz. 
Jede Produktionsunternehmung ist auf eine bestimmte Pro 
duktions-Kapazität .eingestellt; die Beschäftigung ist normal, über 
oder unter dem Normale. Die veränderlichen Kosten steigen und 
fallen im Verhältnis zur Produktionsmenge, langsamer, schneller 
oder im gleichen Verhältnis. Die festen (eisernen, konstanten) Kosten 
bleiben ihrem Gesamtbeträge nach innerhalb gewisser Grenzen von 
der Produktionsmenge oder dem Umsatz unberührt, sinken verhält 
nismäßig auf die Einheit bezogen bei steigenden Umsätzen und 
steigen verhältnismäßig bei sinkendem Umsatz bzw. verringerter 
Produktionsmenge. Nimmt man einen durchschnittlichen Gewinn 
(8. 6) als gegeben oder erreichbar an und scheidet die unveränder 
lichen Kosten von den veränderlichen, so läßt sich der Mindest- 
Umsatz errechnen, dessen Erzielung sämtliche Kosten deckt. Z. B.: 
der Umsatzgewinn einschließlich 5 o/o Kapitalverzinsung wird mit 
15o/o angenommen, die festen Unkosten seien 30000 Mk., die ver 
änderlichen etwa 9o/o des Umsatzes; der Mindestumsatz = x. Der 
Gewinn am Mindestumsatz 
deckt die veränderlichen 
( — « n d die konstanten Kosten. Die Wortgleichung ist: 
Mindestumsatzgewinn = unveränderliche und veränderliche Unkosten. 
Die algebraische Gleichung: = 30 000 -j- ; x=500 000 Mk. 
Der Rohgewinn (75 000) deckt die Unkosten (30 000 -f- 45 000). 
Jede «Steigerung' des Absatzes um 10000 Mk. gibt einen Rein 
gewinn von (15o/o—9 o/o) 600 Mk., da die unveränderlichen Kosten 
bereits gedeckt sind. 
In der vorstehenden Gleichung war der zur Deckung sämtlicher 
Kosten erforderliche Mindestumsatz zu bestimmen. Die Fragestellung 
kann anders lauten: Der Verkaufspreis ist gegeben; er wird nicht 
erst im Anschluß an die Selbstkosten festgesetzt. Der Grundsatz 
des ,Verkaufens zu Einheitspreisen ändert den Ausgangspunkt der 
Kostenberechnung. Die Frage würde in diesem Falle lauten: Welche 
Menge muß erzeugt werden, um das Fabrikat zu einem vorher 
festgesetzten Preis verkaufen zu können. Man könnte auch be 
rechnen, wie hoch im ungünstigsten Falle die eisernen Kosten sein 
dürfen, wenn die Unternehmung mit bestimmten veränderlichen 
Kosten und einem Einheitspreis zu rechnen hat. 
Unter der Voraussetzung: daß bei jeder Produktionsmenge 
Material-, Arbeits- und Betriebskosten proportional bleiben — bessere 
Ausnutzung der Rohstoffe, rationellere Arbeitsmethoden bei größeren
	        
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