Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

Jawahar Lal Nehru. 59 
Ich möchte, daß Sie begreifen, daß das indische Problem nicht nur ein 
nationales Problem ist, sondern daß es eine große Anzahl anderer Länder 
direkt berührt und die ganze Welt interessiert, weil es den größten und ein- 
flußreichsten Imperialismus unserer Zeit direkt angeht. Es ist offensicht- 
lich, daß eine solche Lage der Dinge für uns in Indien unerträglich ist. Wir 
können sie nicht länger dulden; nicht nur deshalb, weil die Freiheit gut und 
die Sklaverei schlecht ist, sondern weil es eine Frage von Leben und Tod für 
uns und unser Land ist. Nicht nur das, es ist gleicherweise unerträglich für 
Sie. Sie können so auch nicht weiter leben. Sie, die Sie aus den ver- 
schiedensten Ländern von den vier Enden der Welt kommen, können diese 
schrecklichen Fesseln, die auch für Ihre eigene Befreiung ein schweres 
Hindernis sind, nicht dulden. Für uns in Indien ist die Freiheit eine dringende 
Notwendigkeit. Aber es ist nicht weniger wichtig für Sie, daß wir unsere 
Freiheit gewinnen. Das edle Beispiel der chinesischen Nationalisten hat uns 
mit Hoffnung erfüllt, und wir wollen, sobald wie möglich, in ihre Fuß- 
tapfen treten. Wir wollen die vollste Freiheit für unser Land; natürlich 
nicht nur die innere Freiheit, sondern auch die Freiheit, Beziehungen mit 
unseren Nachbarn und anderen Ländern herzustellen, wie wir sie wünschen. 
Weil wir glauben, daß uns dieser internationale Kongreß eine Möglichkeit zu 
dieser Zusammenarbeit gibt, heißen wir ihn willkommen und grüßen ihn. 
Die Resolution, die ich die Ehre habe, Ihnen zu unterbreiten, hat folgen- 
den Inhalt: 
(Siehe Resolution I am Schlusse des Kapitels.) ] f 
Die Resolution ist, wie Sie schon bemerkt haben werden, ganz einfach, 
und wie gleich von dem Präsidium gesagt wurde, eine ganz unschuldige. 
Wir haben absichtlich vermieden, von der heutigen Lage in Indien oder von 
dem, was die Briten in Indien gemacht haben, und wie sie dem Volk 
unrecht getan haben, zu schreiben. Ganz leicht könnten wir eine lange 
Liste solcher Vorfälle, Grausamkeiten und Mißhandlungen der Briten in In- 
dien geben. Aber wir haben uns entschlossen, Ihnen lieber diese Reso- 
lution in ihrer einfachen Fassung zu unterbreiten. Nach dieser Resolution 
werden noch zwei andere kommen, auch hauptsächlich Indien betreffend, 
und die drei stehen in genauem Zusammenhang zueinander. Diese Reso- 
lution also soll als eine Art Einführung zu den anderen aufgefaßt werden: 
(Siehe Kap. IT, Resolutionen I und III.) 
Die Resolution führt ein paar Punkte an und betont einige Tatsachen, 
Eine Tatsache springt direkt ins Auge: Indien muß völlig frei werden, nichts 
weniger als vollständige Freiheit wird für Indien oder für Sie genügen. 
Noch etwas, das betont werden soll, ist, daß die Freiheit Indiens nicht 
die Ausbeutung durch einheimische Gruppen statt durch Fremde bedeutet.
	        
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