Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(853) 1864 April 29 
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als man den Burschen zutrauen durfte. Du wirst Dich übrigens er- 
innern, daß ich immer sagte, die preußischen Feuerwaffen — Ge- 
wehr wie Geschütz — seien die besten in der Welt, und das hat 
sich hier bewährt. Dafür wird aber auch die Konferenz bald zei- 
‘gen, was sie für Marionetten von Diplomaten haben. Zwischen 
Rußland, Boustrapa und Palmerston und mit Hülfe der graußen 
Politik Bismarcks wird der „Fall“ auf den Hochmut schwerlich 
lange ausbleiben. Wie aber geht's mit dem Geld? Die 22 Millio- 
nen aus dem Staatsschatz und 6 Millionen Eisenbahnpump müssen 
0 doch jetzt verkneipt sein, und was dann? 
Ich komme jetzt bald eines Freitag Abends angerasselt, natür- 
lich nicht, ohne es Dir vorher zu schreiben. 
Schreib bald wieder und grüß die family. 
Dein F. E. 
854. Engels an Marx; 1864 Mail. 
Sonntag, 1. Mai 1864. 
Lieber Mohr, 6.50 p. m. 
Eben komm’ ich von Lupus, wo Gumpert und Borchardt auch 
waren. Sie sind über die Diagnose nicht einig, das ist aber Wurst 
„ vor der Hand, da es sich darum handelt, ihm zunächst wieder 
Kräfte zu verschaffen, und da hat G[umpert] sofort energischer 
eingegriffen. Gestern noch frug ich Blorchardt] wegen Portwein, 
er meinte aber, da L[upus] nicht ganz klar im Kopfe, sei es besser, 
es zu lassen, schlug heute Morgen noch — eine spanische Fliege 
» vor! Heute bekommt Lupus alle 2 Stunden ein Bierglas Cham- 
pagner und heut Nacht außerdem in seinem beeftea, den er in der 
Zwischenzeit nimmt, Brandy. Der Hund von Borchardt, der ihm 
noch am Mittwoch 10 Unzen Blut abzapfen ließ!!. Übrigens steht 
die Sache sehr schlimm, denn welche Diagnose auch richtig sein 
w mag, so ist die eine so schlimm wie die andre. B[orchardt]s Dia- 
gnose ist Meningitis, Entzündung der innern Kopfhaut mit Ten- 
denz zur Exudation, G[umpert] hatte heute morgen noch keine 
machen können, dachte aber, außer an obiges, an Urämie (Harn- 
eintritt ins Blut in Folge von Nierendegeneration) oder an An- 
 ämie mit lokaler Affektion des Nervensystems. Da er nach der 
Konsultation noch einen Besuch zu machen hatte, konnte ich nicht 
näher mit ihm sprechen: sobald ich seine Ansicht weiß. schreib’ 
ich sie Dir. 
Ich wollte, Du könntest morgen auf ein paar Tage herkommen. 
u Ich sehe voraus, daß ich diese Woche sehr schwer beschäftigt sein 
werde, und es ist doch immer gut, wenn Einer von uns die Arzte 
ein paar Mal des Tages sieht und gleich Alles besorgen kann, was
	        
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