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(1025) 1867 Juni 16
Im Vergleich mit der früheren Darstellung (Duncker) ist der
Fortschritt in der Schärfe der dialektischen Entwicklung sehr be-
deutend, in der Darstellung selbst gefällt mir Manches in der
ersten Gestalt besser. Es ist sehr schade, daß grade der wichtige
zweite Bogen unter dem Karbunkeldruck leidet. Daran ist aber
nichts mehr zu ändern, und wer kapabel ist, dialektisch zu denken,
versteht es doch. Die übrigen Bogen sind sehr gut und haben mir
viel Freude gemacht. Hoffentlich kannst Du mir bald wieder ein
fünf bis sechs Bogen schicken (wobei ich bitte, Bogen 5 wieder
beizulegen, damit ich richtig in den Faden komme), die hier ein- x
zeln gelesenen Bogen werden sich im Zusammenhang viel besser
machen.
Einige Druckfehler hab’ ich noch entdeckt. Ich würde ins Ver-
zeichnis nur die wirklich sinnentstellenden aufnehmen.
Gestern war ich bei Gumpert. Pauvre garcon! Er kommt täg- 15
lich mehr herunter, Es war unmöglich, ihn für irgend etwas Wis-
senschaftliches, nicht einmal Politisches zu interessieren. Stadt-
klatsch, nichts als Stadtklatsch. Und dabei wundert er sich, daß
man nicht öfter zu ihm kommt.
Den Hofmann” gelesen. Die neuere chemische Theorie mit all zo
ihren Fehlern ein großer Fortschritt gegen die frühere atomi-
stische. Die Moleküle als kleinster selbständiger Existenz
fähiger Teil der Materie ist eine ganz rationelle Kategorie, ein
„Knoten“, wie Hegel sagt, in der unendlichen Reihe der Teilungen,
der sie nicht abschließt, aber einen qualitativen Unterschied setzt. 25
Das Atom — früher als Schranke der Teilbarkeit dargestellt —
ist jetzt bloß noch ein Verhältnis, obwohl Monsieur Hof-
mann ” selbst alle Fingerlang wieder in die alte Vorstellung zu-
rückfällt, es gäbe wirkliche unteilbare Atome. Im Übrigen sind
die in dem Buch konstatierten Fortschritte der Chemie wirklich zo
ungeheuer, und Schorlemmer sagt, daß diese Revolution noch
täglich vor sich geht, so daß man alle Tage neue Umwälzungen
erwarten kann.
Beste Grüße an Deine Frau, die Mädchen und den Elektriker.
Dein F. E. 365
5 Bogen heute zurück.
ı) Im Orig. Hoffmann