Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

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Deutschland von der Tyrannei Bismarcks zu befreien! Diese Cra- 
pauds, die, selbst wenn sie eine Revolution machen, Deutsch- 
land werden sehr zart anfassen müssen, glauben, als wenn mit 
einer gelinden liberalen Wendung sie wieder die alte Rolle spielen 
könnten. Ich halte es für sehr wichtig, grade für den Fall einer 
Revolution, daß man die Herren daran gewöhnt, mit uns d’&gal & 
egal zu verhandeln. Der Bismarckismus in Deutschland, nach 
ihnen, ist eine Natureigenschaft Deutschlands, die durch ihre In- 
tervention kaputt gemacht werden muß, aber der Bonapartismus 
bei ihnen ist ein pures Akzidenz, das sogar durch einen Minister- x 
wechsel abgeschafft und in sein Gegenteil verwandelt werden kann. 
Der große Schweitzer ist mit Hülfe der Elberfelder und Barmer 
Pietisten glücklich gewählt und wird jetzt Gelegenheit haben, ver- 
schiedene Punkte aus Deinem Buch verballhornt im „Reichstag“ 
zu proklamieren. Daß er das tut, darauf kannst Du Gift nehmen. z 
Dies wird aber nur nützlich sein und uns Anlaß zu mancher Heiter- 
keit geben; sowie das Buch einmal heraus ist, kann dergleichen 
nur noch nützen. 
Bei Barmen fällt mir Siebel ein. Der arme Teufel ist wieder 
scheußlich krank geworden und muß von Barmen wieder fort, wo- zo 
hin, weiß ich nicht, es ist möglich, daß er den Winter nicht über- 
lebt. Er muß”) so schlimm sein, daß ich nicht auf ihn rechne, um 
für Dein Buch in den Zeitungen irgend Lärm zu schlagen. Er hat 
sehr desponding hieher geschrieben. 
Die Trades outrage Commission konstatiert hier lauter alte 25 
Schnurren, die schon vor 7 Jahren konstatiert waren. Wenn sie 
nichts Besseres herauskriegen, können sie einpacken. Man denke 
sich, brickmaking and bricklaying als Hauptindustriezweige von 
Manchester behandelt zu sehn! 
Die Fehler, die sich bei dem hiesigen Probieren des Chassepot- zo 
gewehrs herausgestellt haben, sind ganz dieselben, die man schon 
in Berlin konstatiert hatte und die mir Bölzig in Hannover schon 
erzählte. Damals glaubte ich, man habe den Preußen absicht- 
lich schlechte Exemplare in die Hände gespielt, jetzt sieht es 
doch eher aus, als sei was dran, und dann ist das Gewehr nicht zz 
halb so gut wie das Zündnadelgewehr der Preußen. 
Meißners Leute in Leipzig scheinen sehr lange zu machen, bis 
das Buch herum kommt. Noch immer keine Annoncen irgendwo. 
Was meinst Du, soll ich, um die Sache in Zug zu bringen, das 
Ding vom bürgerlichen Standpunkt angreifen? Meißner oder Sie- « 
bel brächten das schon in ein Blatt. Was das Verbieten angeht, so 
glaube ich selbst nicht dran, man kann aber nie für den Diensteifer 
irgend eines Prokurators einstehn, und ist der Prozeß einmal im 
Gang, so könntest Du auf Deinen Freund Lippe rechnen. 
3) Korr, aus zoll 
(1048) 1867 Sept. 11 
AU: In
	        
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