erzeugten Wolle, einen ziemlich hervorragenden Platz in
der Landwirtschaft ein. Grössere oder kleinere Schafherden
gab es da nahezu überall. Hierin trat indessen eine durch-
greifende Änderung während des ı9. Jahrhunderts ein, wo
die ungleiche Konkurrenz mit der rasch anwachsenden
Schafzucht der überseeischen Länder dazu führte, dass die
schwedische Schafzucht nach und nach an Umfang und
Bedeutung abnahm. Die besonderen Verhältnisse der
Kriegsjahre bewirkten ein vorübergehendes Aufblühen dieser
Zucht, die jedoch, wie die oben angeführten Zahlen zeigen,
wenigstens numerär gesehen, wieder kräftig zurückgegangen
ist.
Man darf indessen hieraus nicht den Schluss ziehen, dass
die Schafzucht in Schweden zu einem langsamen und voll-
ständigen Eingehen verurteilt wäre. Dies ist um so weniger
der Fall, als dieser Zweig der Haustierzucht gegenwärtig
Gegenstand eines sehr lebhaften Interesses ist und qualita-
tiv gesehen in der letzten Zeit bedeutende Fortschritte ge-
macht hat. Gleichzeitig damit, dass eine grosse Anzahl klei-
nerer Grundstücke, bei denen es an wirklichen Vorausset-
zungen für diese Zucht fehlte, eine meistens ziemlich mit-
telmässige Schafzucht eingestellt hat, ist eine nicht geringe
Anzahl grösserer Herden von hervorragendem Zuchtwert
auf anderen Gütern mit besseren Voraussetzungen gebildet
worden. Die schwedische Schafzucht hat sich auch in letz-
ter Zeit in hohem Grade konsolidiert, und ihre Konkurrenz-
kraft sowohl inbezug auf Fleisch wie auf Wolle hat mehr und
mehr zugenommen.
Die in der schwedischen Schafzucht vertretenen Rassen
sind: Schwedische Landrasse (Abb. 19), Cheviot, Shropshire und
Oxforddown,
Die Landrasse ist einheimischen Ursprungs. Sie ist klein
von Wuchs und mit langer und glänzender Wolle versehen,
die sich als ein vorfreffliches Material für gewisse Woll-
textilien erwiesen und daher grosses Interesse seitens haus-
gewerblicher Kreise gefunden hat. Vor allem aus diesem
Grunde hat man die Reste dieser uralten Rasse zu retten und
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