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Sonderbeschreibungen:
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Das im Jahre 1736 gegründete Bürgerliche Brauaaus
zum Habereck]l, Adolph Dingeldein, Mannheim;
st die einzige sich heute noch in Privatbesitz befindende
Bierbrauerei Mannheims, der über eine
Viertelmillion zählenden größten Stadt Badens. Die
Brauerei Habereckl ist die älteste Braustätte am
Platze, und dürfte die Bezeichnung „Habereckl“
wohl eine Ableitung von dem Namen des einstigen
Besitzers Abreck sein, der dann das Anwesen seinem
Schwiegersohn, dem Bierbrauermeister .Johs. Sewald,
verkaufte, welcher nun das erste Bier .im
„Habereckl]“ braute.
Nachdem die Brauerei Habereck1 im Laufe der
Zeit mehrmals den Besitzer wechselte, wurde dieselbe
schließlich im Jahre 1901 von Herrn Adolph
Dingeldein erworben. Herr Dingeldein, einer alten
Brauerfamilie entstammend und mit durch langährige
Tätigkeit in verschiedenen Brauereien gesammelten
reichen Erfahrungen und Kenntnissen
ausgerüstet, machte es sich nun zur größten Aufgabe,
die mit vollkommen veralteter Einrichtung verzehene
Brauerei durchgreifend zu reorganisieren,
ım die‘ Leistungsfähigkeit des Betriebes zu erhöhen.
Daß ihm dies gelang, dafür sorgte in erster Linie die
vorzügliche Qualität der von ihm gebrauten Biere,
die weit über Mannheim hinaus als erstklassig bekannt
ist. Als bester Beweis hierfür mag noch
gelten, daß Herrn Dingeldein bereits im Jahre 1911
anläßlich der Kochkunstausstellung in Mannheim als
zinziger Kleinbrauerei die goldene Medaille und der
Chrenpreis der Stadt Mannheim für hervorragende
„‚eistungen zuerkannt wurde.
Der Ausbruch des Weltkrieges und die im Verlauf
desselben angeordnete Zwangsbewirtschaftung des
Getreides brachten der Brauerei Habereckl schwere
Jahre, der Betrieb mußte zuletzt vollkommen stillzelegt
.werden.
Herrn Dingeldeins erstes Bestreben nach dem
Kriege war der Aus- und Umbau des Gesamtbetriebes,
zu welchem Zwecke er noch einige Nachbaranwesen
erwarb. Der Betrieb in seiner heutigen
Gestaltung darf sicherlich den Anspruch erheben,
nach mödernsten betriebstechnischen Grundsätzen
organisiert und geleitet zu sein. Ein Sudwerk mit
Feuerkochung ermöglicht höchste wirtschaftliche
Ausbeute der Brauprodukte Hopfen und Malz, zwei
neuerrichtete übereinanderliegende Gärkeller sind
mit Aluminiumbottichen ausgestattet und mittels
"uftkühlsystems in richtiger Temperatur gehalten.
J)ber den Gärkellern befindet sich ein großer Anstell-»ottich
und ein Berieselungsapparaf. Die voll-;tändig
mit Korkisolation versehenen Lagerkeller
ind neben Lagerfässern hauptsächlich mit modernen
\luminiumlagerfanks eingerichtet. Die Kellerkühlung
vird durch zwei Kühlmaschinen mit zusammen
80000 Cal. Stundenleistung vorgenommen. Das
ür die Kundschaft und den Betrieb benötigte Eis
vird in eigener moderner Eisfabrik hergestellt. Die
Irzeugung von Licht und Kraft geschieht mittels
’iner Dieselmotorenanlage, der teilweise bezogene
"remdstrom wird in eigener Transformatorenstation
uf Betriebsstärke umgewandelt.
Das Abfüllen des Bieres und das Reinigen der
ransportfässer erfolgt unter größter Sorgfalt und
nit Hilfe modernster technischer Apparate.
Diese vorbildliche zweckmäßige Einrichtung des
jefriebes und die große Nachfrage der allseits beebten
Haberecklbiere — es werden Hell und
)unkel Lagerbier, Hell Spezialbier und während des
ranzen Jahres ein vorzügliches Bockbier gebraut —
nachten es möglich, daß sich der Ausstoß auf das
)oppelte der Vorkriegszeit erhöhte. « Außerdem
ommt alljährlich am 19. März (St, Josephstag) ein
rut eingebrautes Bockbier zum Ausschank und spielt
ich dann in der bei der Brauerei befindlichen
rauereiwirtschaft und dem nebenanliegenden „Brautübl“
ein recht gemütliches Bockbierfest ab.
Die Brauerei‘ Habereckl beliefert außer diesen
‚wei Ausschankstellen noch zahlreiche Gastwirt-‘Chaften,
Flaschenbierhändler usw.
Leider war es Herrn Adolph Dingeldein nicht verzönnt,
das von ihm Geschaffene weiter wachsen und
vedeihen zu sehen, da derselbe seinem Wirkungskreis
ım 11. Mai 1929 durch den Tod entrissen wurde.
\Heininhaberin der Brauerei ist seitdem Frau
;ophie Dingeldein. Ihre zu Prokuristen ernannten
'eiden Söhne Fritz und Hans Dingeldein sind mit
ler Gesamtleitung des Betriebes betraut, waren sie
loch beide längere Zeit in verschiedenen Brauereien
les In- und Auslandes tätig und schon bei Lebzeiten
hres Vaters diesem eine tatkräftige Stütze.
Durch die Erzeugung eines wie bisher vorzügichen
„Stoffes“ den überlieferten Ruf der Habereckl-3iere
zu wahren, wird der jetzigen Inhaberin und
hrer Söhne vornehmstes Bestreben sein.