fullscreen: Die technischen Hilfsmittel für den Transport zu Wasser und zu Lande von Fleisch in gekühltem und gefrorenem Zustande

Fleisch, bis es dem Konsum übergeben wird, ebenfalls wieder bei einer 
Temperatur von etwa — 8° C. 
Ein wichtiges Moment für die Verwendung von Gefrierfleisch ist 
noch die Behandlung desselben beim Ausbringen aus den Gefrierräumen, 
wenn es dem Konsum übergeben werden soll. Wie aus Fig. 28 ersicht- 
lich, ist eine längere Zeit erforderlich, um das Fleisch einzufrieren. 
Analog dem Gefrierprozeß erfordert auch das vollständige Auftauen mehrere 
Tage. Würde das Fleisch aus dem Kühlhaus kommend, direkt der wärmeren 
Außenluft ausgesetzt, so beschlägt die Oberfläche desselben in dem sich 
die Feuchtigkeit, welche in der Luft enthalten ist, an die Oberfläche des 
Fleisches niederschlägt. Um dies zu vermeiden, muß das Fleisch in be- 
sonderen Ausbringeräumen behandelt werden. Die Luft in diesen Räumen 
muß auf künstlichem Wege so weit wie möglich getrocknet werden, und 
geschieht dies in der Weise, daß gekühlte Luft, welcher durch den Kühl- 
prozeß die Feuchtigkeit entzogen worden ist, wieder angewärmt wird. Mit 
Hilfe von Kühl- und Heizvorrichtungen kann die Lufttemperatur und der 
relative Feuchtigkeitsgehalt der Luft in den Ausbringeräumen in beliebiger 
Weise reguliert werden. Es ist weiter noch wichtig, wie schon oben gesagt, 
daß der Auftauprozeß nicht zu schnell vor sich geht, und wird die Tem- 
peratur in den Räumen deshalb allmählich von +4 auf + 14° C gebracht, 
wobei wie gesagt immer die Hauptsache bleibt, daß die Luft möglichst trocken 
dem Raume zugeführt wird. 
Das aus den Gefrierräumen entnommene gefrorene Fleisch wird in 
diesen Ausbringeräumen aufgehängt, und benötigt Rindfleisch etwa vier 
Tage und Schafe ca. zwei Tage, um auf diese Weise vollständig aufgetaut 
zu werden. Das Fleisch kann dann, ohne jeglichen Schaden zu erleiden, 
den Detailverkaufsräumen und dem Konsum zugeführt werden. 
4. Die Fleischversorgung der russischen Hauptstädte 
Moskau und St. Petersburg. 
Nicht nur England, auf welches heute allgemein hingewiesen wird, 
hat Erfahrungen mit der Verwendung von gefrorenem Fleisch, sondern 
auch auf dem Festlande stehen langjährige Erfahrungen mit der Ver- 
wendung von Gefrierfleisch zur Verfügung. Die russischen Hauptstädte 
Moskau und St. Petersburg z. B. sind zum aller größten Teil auf die 
Fleischeinfuhr angewiesen, da die Viehzucht in der Umgebung dieser 
Städte bei weitem nicht genügend ist, um den Fleischbedarf zu decken. 
In Rußland wird die Viehzucht teilweise ausgeübt von den im Ural- 
gebiet seßhaften Völkerstämmen, und kommen dort für den Viehhandel 
besonders die Städte Perm und Wjatka in Frage, und anderenteils von 
den nomadisierenden Völkerstänmen, welche sich längs der sibirischen 
Eisenbahnstrecke aufhalten. Der Vieh- und Fleischhandel wird in dieser 
Gegend besonders in den Städten Tschetjabinsk, Kurgan nnd auch noch 
in Omsk betrieben. Große Eisenbahntransporte lebenden Viehes werden 
nach St. Petersburg und Moskau geschafft, und wird das Vieh in den 
dortigen Schlachthöfen geschlachtet. In Moskau, wohin der Transport in 
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