Full text : Logik des Geldes

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Erstes  Kapitel.  Methodologie.

Vielleicht  wird  es  dem  Verfasser  gestattet  sein,  sich  kurz
darüber  zu  äußern,  in  welcher  Art  beispielsweise  ein  zweckmäßiges ­
  Studium  der  Geldtheorie  vor  sich  gehen  könnte.
Wer,  ohne  etwas  von  der  früheren  Literatur  zu  kennen,
Knapps  »staatliche  Theorie  des  Geldes«  eingehend  studiert,
der  wird  zwar  allein  davon  niemals  einen  Überblick  über  die
dogmengeschichtliche  Bedeutung  der  einzelnen  Probleme  erhalten, ­
  ihre  theoretische  Struktur  aber  wird  ihm  bei  einem
jahrelangen  Durchdenken  schließlich  so  klar  werden,  daß
selbst  ein  ergänzendes  Studium  vieler  anderer  Werke  diese
Einsicht  kaum  noch  vertiefen  kann.  Von  jenem  einen  einzigen
Punkte  aus  lassen  sich  mindestens  alle  Formen  des  »statischen« ­
  Geldproblems  durchdenken.  Liegt  doch  die  Bedeutung
von  Knapps  Werk  wesentlich  in  der  Konsequenz  seiner  Gedankenführung ­
  wie  in  der  Eigenart  der  Form  begründet.
Diese  Form  aber  ist  trotz  ihrer  Schwierigkeit  diejenige,  die
dem  nationalökonomischen  Denken  eines  Lebenden  vielleicht
am  besten  entspricht,  und  deshalb  erscheint  es  zweckmäßiger,
von  Knapp  auszugehen  als  etwa  von  Adam  Müller,  was
vom  dogmenhistorischen  Standpunkte  aus  korrekter  wäre.
Nicht  als  ob  wir  also  jene  oben  gerügte  Unbekümmertheit
in  Hinsicht  der  älteren  Literatur  nachträglich  wieder  sanktionieren ­
  wollten;  oder  als  ob  wir  es  für  entschuldbar  hielten,
wenn  jemand,  der  über  das  Wesen  des  Geldes  schreiben  will,
weder  die  Grundzüge  seiner  Geschichte  noch  die  Entwicklung
der  Geldtheorien  kennte.  Nicht  als  ob  die  Bedeutung  des
Wissens  überhaupt  unterschätzt  werden  sollte.  Aber  der
Stoff  bleibt  begrenzt.  Und  was  uns  allein  weiterbringen  kann,
ist  doch  wohl  nur  ein  konsequentes  Nachdenken  über  den
gegebenen  historischen  Stoff,  insbesondere  auch  ein  mühsames, ­
  immer  wieder  von  neuem,  aufgenommenes  Sichvorstellenwolien
  der  »metaphysischen«  Natur  des  Geldes,  wie
man  es  nennen  könnte.
            
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