Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25. Titel: Unerlaubte Handlungen. S 833, 
1669 
5, 318 ff), oder infolge des Bellen8 eines Hundes (Urt. d. DOL®S. 
Hamburg vom 26. Oktober 1903 Hipr. d. DLSG. Bd. 9 S., 44 ff.; 
ji. auch Urt. d. Meichsger. vom 2, Oktober 1905 HIur. Wir. 1905 
S, 691), oder menn ein Tier infolge eines Aniektenitiches oder eines 
erhaltenen Veitfhenfchlages8 ausfchlägt (Urt. d. Neichsger. vom 8. Wat 
1905 Sur. Wichr. 1905 €. 392 ff., Urt. d. OLG. Kolmar vom 12. Ya 
auar 1906 Ripr. d. DLG. Bd. 14 S. 49), wenn ein Hund von einem 
anderen Hunde angegriffen wird, davonrennt und hiebei einen Menichen 
verlegt (Urt. d. DLS. Celle vom 22. Dezember 1903 Ripr. d. DLOG. 
Bd. 9 S. 43 ff), wenn ein Pferd infolge AnprallenZ eines Segen- 
"tandes ausfchlägt und auf das ihm undbequeme Hindernis tritt (Urt. 
5. Heichsger.. vom 2, Oktober 1905 ROES. Bd. 61 S. 317) oder von 
zinem berabfallenden Telephondraht getroffen wird und fcheut (Urt. 
5. DL®. KaHel vom 22. Novenıber 1906 KWpr. db. LG, Bd. 14 S, 51). 
‚, Mad diefen Orundfäßen ift auch die Frage zu beantworten, 
inmiemeit die Haftung des Tierhalters dadur ausgefchloffen wird, 
daß bie Tätigkeit des Tieres durH höhere Gewalt veranlakt 
worden it (über diefen Begriff f, Bd. I Bem. 4 zu $ 203 und die 
dort ermähnte Literatur); nur wenn infolge der höheren Gemalt ein 
milfürlihes Tun des Tieres ausgefchloflen it, ft au der Schaden 
uicht durch das Tier vernrfacht (Urt. d. Keichsger. vom 11. Mai 1903 
ROES. Hd. 54 S. 408; f. auch Urt. d. DLG. Hamm vom 14. OÖftober 
1902 Itecht 1902 S 588 und Michel in Bayr. Z. f. N. 1906 S, 292). 
„Mus den gleichen Ermägungen ift die Haftung gemäß S 833 
auSgefchlofen, wenn ein Tier unter der unwiderftehlidhen 
Einwirkung ihm angetaner Gewalt Schaben ftiftet, jo 3. VB. 
wenn ein Pferd während des Verfhneiden8 unter der Einwirkung des 
Schmerzes frampfhafte Bewegungen ausführt oder wenn ein Tier 
mährend des SchlachtenS durch eine derartige Bewegung jemanden 
Derlegt (Urt, d. Keichsger, vom 5. November 1908 ROSE. Bb. 69 
S. 399 ff.; and. Anf. Serini a. a. D. und Urt. d. Reichsger. vom 
17. Dezember 1908 Necht 1909 Nr. 470; f. auch Urt. vom 7. AWpril 
und 22. Oktober 1910, Zur. Wichr. 1910 S. 579 ff., Warneyer Erg.-Bbd. 
L910 S. 468 ff. binfichtlich fog. „Reflerbewegungen“). 
Nicht erforderlich ift zur Anwendbarkeit des 8 833, daß der Schaden 
unmittelbar durch das Tier verurfacht worden it, eS genügt vielmehr 
auch mittelbarer Raufalzufammenhang (val. Dernburg 
5 396, IV, 3, Crome 8 336 Anm. 12, Urt. d. Reichsger. vom 30. Januar 
1905 ROT. Bd. 60 S. 65 ff. und vom 5. März 1906 SGruchot, Beitr. 
Bd, 50 S. 973 ff, Urt. d. DL®G, Stettin vom 31. Mai 1901, des 
Rammerger. vom 21. Januar 1902, des YDL®. Hamburg vom 5. Mo- 
oember 1906, des DL®. Koftof vom 18. Dezember 1908, Ripr. D. 
DL®. Bd. 3 S. 25 DD. 4 S. 248 ff., Bd. 14 €. 45, BD. 18 S. 84). 
Demgemäß haftet der Tierhalter auch dann, wenn fein Hund Schafe 
anbelkt und diefe vor Schreck in einen Abgrund fpringen (Say a. a. D. 
5. 308), wenn nicht durch das Tier felbit, fondern durch den von 
Om gezogenen Wagen einem Menichen Schaden zugefügt wird (Urt. 
d. Neichsger. vom 20. Februar 1902 RGE. Bd. 50 S. 219 ff, Urt. 
d, DLG. Naumburg vom 7. Yuni 1901 und vom 26. Januar 1904, 
Seuff. Arch. Bd. 56 Nr. 223, Bd. 59 Nr. 258), wenn jemand fich 
dadurch verlegt, daß er beim Cheumerden der Pierde aus dem Wagen 
ıprinat (Urt. b. ee vont 18. uni 1906 Oruchot, Beitr. Bd. 51 
S. 200 ff., vom 25. März 1907 Yur. Widhr. 1907 S. 307 ff, Urt. d. 
DL®. Augsburg vom 31. Oktober 1902 Recht 1903 S. 17), wenn 
‚emand aus Zurcht vor dem Bellen eines Herzulanfenden billigen 
Dundes entflieht, ftürzt und ich hiebei verleßt (Urt. d. Neichsger. 
vom 11. April 1906 Yur. Wichr. 1906 S. 350; |. aber au Urt. d. 
Reichsger. vom 9. Dezember 1907 HJur. Wichr. 1908 S. 41 ff., da 
darauf abftellt, ob das Verhalten des Hundes cine wirkliche Gefahr 
herbeigeführt hat und daher 8 833 Hir unanmwmendbar erklärt, falls eine 
nerbenfchwacdhe Berfon, durch das bloße Bellen eines gutmütigen 
Hundes erfchrect, zu Boden ftüirzt), wenn ein Tier durch fein äußeres 
Zun auf ein anderes Tier einwirkt und diefe8 dadurch & der Ihaden= 
itiftenden Bewegung beftimmt wird (Urt. d. OLG. Stuttgart vom 
28. September 1906 Yipr. d. OLG. Bd. 14 S. 45 f.; der Hund des
	        
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