Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25, Titel: Unerlaubte Handlungen. S 833. 
1667 
11. Mai 1903, 30. Januar 1905, ROSE. Bd. 50 S. 180 Ff., 219 f., Bd. 54 
S. 73 ff., 407 ff., Bd. 60_S. 65 M.); 1. auch Urt, d. DL. Stuttgart vom 
19. Sant 1902 und des DLG. Darmitadt vom 15. Mpril 1904, Itecht 1904 
S. 335, 1905 S. 17, ferner Sleifchauer in Sur. Wichr. 1901 S. 880 ff. 
Rublenbec ebenda S. 881, Altfhul ebenda 1902 S. 202 F, Brückmann 
ebenda €. 204 {f., Rubhlenbet ebenda S. 205, Bernhöft a. a. OD. S. 4. 
Sm einzelnen it in diefer Hinfiht folgendes hervorzuheben (vgl. 
hiezu inSbeiondere Litten S. 24 ff, fomwte die fcharffinnigen, wenn auch nicht 
Surchweg überzeugenden Ausführungen von SGoslidh a. a. D.): 
x) Die Anwendung des 8 833 ift zunächft ausgefchloffen, wenn ber 
Schaden zwar (äußerlich) durch das Tier hervorgerufen worden it, 
diejeS jelbft aber gar nicht tätig geworden, fondern ausfchließlich 
ur eine außer ihm liegende Energiequelle in Bewegung gefeßt 
yorden it, {Io 3. B. wenn ein Tier der Schwerkraft aus irgend 
veldhen Gründen, 3. B. wegen zu ftarker Belaftung, nicht zu miderftehen 
ermag und zu Boden ftürzt (Urt, d. OLG. DYDresden vom 28. November 
1902 Seuff. Arch. Bd. 58 Nr. 186, Urt. d. OLG, Frankfurt a. M. 
Yom 18. Dezember 1906 Kecht 1907 S. 251 ff.), wenn ein Tier (durch einen 
Yienichen oder ein anderes Tier) mit unwiderftehlidher Gewalt fort» 
0 wird (vgl. Urt. d. Keichsger. vom 2. Oktober 1905 RGE. 
Bd. 61 S. 318), oder wenn e8 von einem Mlenichen als Wurfgefthoß 
benüßt_mwırd (ein Bagabund fchleudert das Schoßhündchen einer Dane 
nem Dritten ins SGelicht, |. Fleifhauer in ur. Wichr. 1901 S. 881, 
SYoslich a. a. D. S. 10). Das gleiche gilt, wenn die zur Berlekung 
:reibende Kraft nicht von dem Tiere ausgegangen tft, DiefeS fich viel 
mehr vollftändig paffıv verhalten hat, 3. B. wenn ein Eijen- 
Jahnzug durch Neberfahren von Küben zum Entgleifen gebracht wird 
Urt. d. DLOG. Königsberg vom_28. März 1907 Recht 1908 S. 12; 1 
uch Urt. d. Reidhsger. vonı 27. September 1906 Recht 1906 S, 1317 M.), 
er wenn ein Kadfahrer durch einen auf der Straße liegenden Hund 
zu Fall Fommt (teilweife ab. Anf. Dertmann Bem. 3, €). 
Bu MeinungsSverfchiedenheiten hat inSbefondere der praktijch außer- 
rdentlich wichtige Zall Anlaß gegeben, daß durch ein unter menich= 
‚iher Seitung befindliches Tier 3. B. ein an einen Wagen 
gefpanntes, vom Kutfcher geleitetes Pferd) Schaden geftiftet wird. 
Sm Gegenfabe zu dem oben unter b ermähnten Urteile des DLG. 
Yanmburg, daS auch in diefenn Falle den Tierhalter für Hafıbar 
zrachtete, bat das MHeichSgericht mit Mecht den S 833 für unan- 
mendbharerflärt, wenn daS Tierdem Willen feine8 Lenfers 
3eborcdht hat, da es folcdhenfalls Tebiglich Werkzeug, Urheber des 
SchadenzZ dagegen der Lenker ift (Urt. vom 6. Sebruar 1902 ROSE. 
Bd. 50 S. 180 HF, dom 14. Mai 1903 Gruchot, Beitr. 1903 S. 948 ff. 
vom 13. und 19. März 1908 Recht 1908 S, 267 F., 1. auch Urt. 
d. DLG, Hamburg vom 19. September 1901 Iur. er 1902 &, 2, 
Urt. d. CLG. Hamburg vom 5. Mai 1902 und des DLG. Frankfurt 
a. MM. vom 18. April 1902, Recht 1902 S. 508, 613, Urt. d. OLG. 
Sena vom 15. YJanıar 1902 Mfpr. d. DL®. Br. 4 S. 246 f., Urt. d. 
LS. Clbdenburg vom 26. Februar 1902 RKipr. d. DLO®. Bd._4 
S, 248, ebenfo fajt die gefamte Literatur; and. AUnf. Israel a. a. D., 
Sofack I S. 699). Unter der Leitung des Auticher8 Yteht daZ Vferd 
auch dann, wenn e8, entfpredhend dem Willen des Kutfcher3 (mag 
dıefer auch die Zügel nicht in der Hand haben) ruhig feines Weges 
weiter gebt, poransgejeßt, daß die Unmwefenheit des KutfdherS genügt, 
um das Vferd in diefer Gangart zu erhalten (Urt. d. RNeichsger. vom 
L7. Januar 1907 ROES. Bo. 65 ©. 103 ff.; vol. auch Urt. d. Meichsger, 
om 4. Juni 1908 Warneyer Era. Bd. 1908 S 462, Urt. d. VLOG, 
Rolmar vom 22. November 1906 Mipr. d. VLG. Bd. 14 S. 52, Urt. d. 
Yandg. Ulm vom 13. Juli 1904 D. Iur.3. 1905 S. 1176 hinfichtlich 
be8 unter Leitung eine Farrenmwärter$ eine Kuh befpringenden Zarren 
und Urt. d, CL®. Karlsruhe vom 29. März 1906 D. Yur.3. 1906 
S. 1380 binfichtlih eines Deckhengfte8). AUnderfeits fchließt der 
Amftand, daß fich ein Pferd im allgemeinen unter der Herrfhaft 
eines Qenkfer8 befindet, nicht fülechthin die Entfaltung eines will 
Mirlichen, der tierı]dhen Matur ent/pringenden Zuns des Pferdes 
105% 
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