Full text : Finanzen und Steuern im In- und Ausland

1958 —

vermögens gedeckte Teil des Zuschußbedarfs zwischen 6,3 und 11,3 vH. Die Steuereinnahmen
 von Waldeck deckten vor dem Kriege 87,8 vH, nach dem Kriege zwischen
90,5 und 93,1 vH des Zuschußbedarfs. Hessen, das 1913/14 Zuschüsse in Höhe von
9,5 vH des Zuschußbedarfs an das Erwerbsvermögen leistete, deckt in der Nachkriegszeit
 durch Erträge des Erwerbsvermögens zwischen 3,9 und 5,9 vH des Zuschußbedarfs.
Die Steuereinnahmen dieses Landes beliefen sich 1913/14 auf 84,5 vH, nach dem Kriege
auf 81,3 bis 85,8 vH des Zuschußbedarfs.
Im Haushalt‘ der Gemeinden (Gemeindeverbände) spielen 1913/14 die
Einnahmen aus dem Erwerbsvermögen als Allgemeine Deckungsmittel im allgemeinen
eine geringere Rolle als im Haushalt der Länder. Als Ausnahmen erscheinen die Gemeinden
 (Gemeindeverbände) von Hessen, Baden, Lippe und Waldeck. Entsprechend ist
daher in der Regel das Übergewicht der Steuereinnahmen gegenüber den Einnahmen
aus dem Erwerbsvermögen bei den Gemeinden (Gemeindeverbänden) noch größer als
in den Ländern. .
Den kleinsten Teil des Zuschußbedarfs decken 1913/14 durch Einnahmen aus dem
Erwerbsvermögen die Gemeinden (Gemeindeverbände) in Oldenburg mit 4,0 vH, den
höchsten dagegen die Gemeinden (Gemeindeverbände) in Mecklenburg-Schwerin mit
39,3 vH. Umgekehrt zeigen 1913/14 die Steuereinnahmen der Gemeinden (Gemeindeverbände)
 in Mecklenburg-Schwerin mit 66,0 vH den geringsten Anteil an der Deckung
des Zuschußbedarfs. Die höchste Bedeutung erreichen dagegen die Steuereinnahmen der
Gemeinden (Gemeindeverbände) in Oldenburg. Sie übertreffen hier die Höhe des Zuschußbedaris
 um 5,0 vH.
Ein Vergleich der Zusammensetzung der den kommunalen Selbstverwaltungskörpern
zur Verfügung stehenden Allgemeinen Deckungsmittel in der Vor- und Nachkriegszeit
zeigt nicht entfernt Verschiebungen von dem Ausmaß, wie sie bei einem Vergleich der
Zusammensetzung der Allgemeinen Deckungsmittel der Länder in Erscheinung treten.
Auch die bei den Ländern mit Ausnahme Badens zu beobachtende Entwicklung — Zunahme
 der Bedeutung der Steuereinnahmen und Abnahme der Bedeutung der Erwerbsvermögenserträge
 — ist bei einem Vergleich der Vor- und Nachkriegszeit bei den
Gemeinden und Gemeindeverbänden nicht zu erkennen. Relativ am größten ist der
Rückgang der Einnahmen aus dem kommunalen Erwerbsvermögen in Mecklenburg-Schwerin
 und in Lippe. Er konnte in den Gemeinden (Gemeindeverbänden) beider
Länder nur zum Teil durch gesteigerte Steuereinnahmen ausgeglichen werden. Die
größten Veränderungen hinsichtlich der Bedeutung der Steuereinnahmen der Gemeinden
und Gemeindeverbände zeigen sich dagegen in Schaumburg-Lippe, Oldenburg, Hessen
und Baden. Die Gemeinden (Gemeindeverbände) in Schaumburg-Lippe und Baden
konnten nach dem Kriege einen erheblich größeren Teil ihres Zuschußbedarfs durch
Einnahmen aus Steuern decken als vor dem Krieg. Umgekehrt decken die Steuereinnahmen
 der Gemeinden (Gemeindeverbände) in Hessen und Oldenburg nach dem Krieg
einen erheblich geringeren Teil des Zuschußbedarfs als vor dem Krieg.
Die wichtigeren Veränderungen in der Relation zwischen den Einnahmen aus Erwerbsvermögen
 und Steuern veranschaulicht die nachstehende Übersicht:
Von dem jeweiligen Zuschußbedarf der Gemeinden (Gemeindeverbände) werden gedeckt durch
Einnahmen

Ball akt Een
Hesse o.....0..0.00000000
Mecklenburg-Schwerin . !
Öldenhurg ......0..0000+
Lippe ....0.0000000000000 I
Schaumburgz-Liope .....

a VOr

23,8
22,2
39,3
4,0
34,5
22.2

KErwerbsvermöger
nach
dem Krieg
"aa

zwischen
17,6 u. 23,4
22,3 » 26,7
16,8 » 20,6
6,1 » 14,8
3,3 » 28,3
41 » 12.9

A, u
Steuern a
vor | nach
dem Krieg
Hm

70,4
88,2
66,0
105,0
68,6
77.1

zwischen
77,0 u, 84,9
67,8 » 72,4
73,2 » 79,6
83,7 » 85,4
73,4 » 77,1
8275» 994
            
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