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die Finanzwirtschaft eines einzelnen Landes — bei den Ländern: Preußen, bei den
Hansestädten: Hamburg — weit überwiegt und den Gesamtzahlen die entscheidende
Richtung gibt.
Anders sind die Abschlußzahlen der Gemeinden und Gemeindeverbände zu beurteilen,
die die Zusammenfassung einer großen Anzahl einzelner Finanzwirtschaften darstellen.
Dadurch werden Zufälligkeiten ausgeglichen, das »Gesetz der großen Zahl« setzt sich
durch und läßt die allgemeine Entwicklungsrichtung zur Geltung kommen.
Die Ergebnisse der Gemeinden und Gemeindeverbände zeigen beim Ist-Abschluß in
den Nachkriegsjahren 1925/26 bis 1927/28 einen fortgesetzten Rückgang der Mehrausgaben,
nämlich von 260 Mill. A. im Rechnungsjahr 1925/26 auf etwa 30 Mill. AM im
Rechnungsjahr 1927/28. Die Erklärung dieser Entwicklung geben die aus Vorjahren
übernommenen Beträge. Infolge der unerwartet hohen Reichssteuerüberweisungen im
Rechnungsjahr 1924/25 hatte dieses Rechnungsjahr durchweg sehr günstig abgeschlossen.
Gegen 300 Mill. Z.M Überschüsse wurden bei den Gemeinden (Gemeindeverbänden) auf
das nächstfolgende Rechnungsjahr 1925/26 übertragen. Es war deshalb in diesem Jahr
möglich, erheblich mehr zu verausgaben, als Einnahmen für dieses Rechnungsjahr einzingen,
Das Rechnungsjahr 1926/27 zeigt im allgemeinen noch das gleiche Bild, wenn
auch die Spanne zwischen Ausgaben und Einnahmen, wie auch die aus dem Vorjahr
übertragenen Überschüsse erheblich niedriger als im Vorjahr sind. Auch weist der Gesamtabschluß
(Ist- zuzüglich der Vorjahrsbeträge) jetzt erstmalig eine Mehrausgabe auf.
Einen Umschwung bedeutet das Rechnungsjahr 1927/28. Die Spanne zwischen Ist-Ausgaben
und Ist-Einnahmen ist auf einen absolut, vor allem aber relativ sehr kleinen Betrag
gesunken. Aus dem Vorjahr werden erstmalig nicht Überschüsse, sondern Fehl-Deträge
übernommen, so daß sich als Gesamtabschluß ein Fehlbetrag von 75 Mill. AM
ergibt.
Die Gestaltung der einzelnen gemeindlichen Finanzwirtschaften wird von dem oben
gezeigten Durchschnittsergebnis naturgemäß häufig abweichen. Auch mögen erhebliche
Unterschiede zwischen der Entwicklung der einzelnen Gemeindegrößenklassen bestehen.
Im großen ganzen kann jedoch — mit allem Vorbehalt — das hier gegebene zusammenfassende
Durchschnittsergebnis als typisch für die Gestaltung der Gemeindefinanzwirt-Schaft
der Rechnungsiahre 1925/26 bis 1927/28 angesehen werden.