530 —
Die LFA.-Bezirke Magdeburg und Thüringen bleiben gegenüber Leipzig und Dresden
schon sehr erheblich an Leistungsfähigkeit zurück, Beide haben keinen FA.-Bezirk
nit einer Steuerkraftziffer über 100. Auch auf Bezirke mit einer Steuerkraftziffer
über 60 entfallen in Magdeburg (Halle 98,2, Magdeburg-Stadt 76,5 u.a.) nur 29,1, in
Thüringen (Pößneck, .Gera, Greiz) sogar nur 12,2 vH der Bevölkerung. Dagegen weisen
im LFA.-Bezirk Magdeburg größere Landstrecken (namentlich die vorwiegend agraren
Gebiete im Norden und Osten, das Obereichsfeld, einige Bezirke der Harzgegend, Herz-
berg a. d. Elster und Kölleda im Thüringerbecken) mit insgesamt 13,3 vH der Bevölkerung
ine Steuerkraft von weniger als 30 bis zu 15 AM auf (Heiligenstadt 14,6). Auch in
Thüringen wohnen 10,2 vH der Bevölkerung in FA.-Bezirken mit einer Steuerkraftzilfer
unter 30. Neben Frankenhausen am Kyffhäuser sind es Bezirke des Thüringer Waldes
‘Schmalkalden, Ziegenrück, Hildburghausen und Dermbach).
Im LFA.-Bezirk Düsseldorf, dem Hauptbezirk der westdeutschen Industrie, erreicht
die Schichtung der Steuerkraft nicht das hohe Niveau des LFA.-Bezirks Leipzig, liegt
aber höher als im Bezirk Dresden. Düsseldorf-Stadt und Elberfeld umfassen mit einer
Steuerkraftziffer über 100 15,5 vH. der Bevölkerung. Da weitere 54,9 vH in Bezirken
mit einer Steuerkraftziffer über 60 A. wohnen, verbleiben nur knapp 30 vH für die
steuerschwächeren Bezirke, die wie Cleve, Grevenbroich, Dülken, Dinslaken und Geldern
großenteils einen vorwiegend agraren Charakter tragen. Die nicht zu Düsseldorf
gehörigen Teile des rheinisch-westfälischen Industriegebietes werden vom LFA. Münster
verwaltet. Neben Münster-Stadt und Bielefeld (rd. 83) stellen vor allem sie (Dormund
80,3) die 27,5 vH der Bevölkerung, die in Bezirken mit einer Steuerkraftziffer über 60,
und ebenso den größten Teil der 55,6 vH der Bevölkerung, die in Bezirken mit einer
Steuerkraftziffer von 30 bis 60 wohnen. Wesentlich steuerschwächer sind das östliche
ınd südliche Sauerland (Brilon 17,8), das Weserbergland und einzelne Bezirke im Norden
des Münsterlandes, die teilweise bereits in die Heide hineinragen. Insgesamt wohnen
16,9 vH der Bevölkerung des LFA.-Bezirkes in Gebieten mit einer Steuerkraftziffer von
15 bis 30.
Ähnlich liegen die Verhältnisse in den beiden westdeutschen LFA.-Bezirken Kassel
und Köln. Beide vereinigen in sich neben sehr steuerstarken auch ausgesprochen
steuerschwache Gebiete. In Kassel kommen 39,4, in Köln 35,1 vH der Bevölkerung
auf Bezirke mit einer Steuerkraftziffer über 60. 100 überschreitet die Ziffer dort
in Frankfurt (195,4), hier in Köln-Stadt (100,5). Frankfurt rückt die Durch-
schnittsziffer des LFA.-Bezirks Kassel (70,4) so stark nach oben, daß sie außerdem
aur noch von Höchst (80,0) und Wiesbaden (86,6) erreicht wird, während erheblich mehr
als ein Drittel der Bevölkerung des LFA.-Bezirkes in Gebieten mit einer Steuerkrafi-
ziffer unter 30 wohnt. Steuerschwach sind vor allem Westerwald und obere Lahn,
Diemel- und Knüllgebirge. Im LFA.-Bezirk Köln gruppieren sich die steuerstarken
Gebiete im industriellen Norden um die beiden Großstädte Aachen und Köln. Am
steuerschwächsten sind Südeifel und Hunsrück. 30,7 vH der Bevölkerung entfallen auf
Bezirke mit einer Steuerkraftziffer unter 30, davon 11,6 vH sogar auf solche mit einer
Stenerkraftziffer von 5 bis 15 .ZM (Offenbach a. Gl. 8,0).
In Süddeutschland zeigen Württemberg und Baden die bessere gewerbliche Entwicklung
und damit auch die größere Steuerkraft. So wohnen im LFA;-Bezirk Stuttgart 36,4,
im LFA.-Bezirk Karlsruhe 38,2 vH der Bevölkerung in Gebieten mit einer Steuerkraft-
ziffer über 60. Über 100 hinaus ragen nur die Großstädte. Hier Stuttgart (157,0);
dort Mannheim (114,7) und Karlsruhe (104,1). Auf steuerschwächere Gebiete mit einer
Ziffer unter 30 entfallen in beiden LFA.-Bezirken fast gleiche Bevölkerungsanteile (34,5
bzw. 34,8 vH), jedoch ist die Schichtung in Karlsruhe ein wenig ungünstiger. Steuerstark
sind in Württemberg die Industriegebiete am Neckar und die fruchtbare Bodense®-
gegend, steuerschwächer neben dem Jagstkreis Teile des Schwarzwaldes und des Südens
von Hohenzollern ostwärts bis zur Grenze. In Baden weisen vor allem die größeren
Städte eine gehobene Steuerkraft auf (Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Pforzheim,
Heidelberg). Eine scharfe landschaftliche Gruppierung ist nicht erkennhar. auch nicht