Full text: Finanzen und Steuern im In- und Ausland

— 557 — 
Unterstützte Arme, Kranke und Arbeitslose 
Arme ' je 10 000 ' Krank ' je 10.000 | Arbeits- | je 10 000 
u. Greise Sinwohner! NK inwohner! lose Einwohner 
Land und Jahre 
Großbritannien 1925,..,..... 
Frankreich 1924 ...........0. 
Belgien 1927 ‚s..000000000000 
alien 19283) .. 
3 441 139 764 1) — 
1.304 000°) 319 ?) 895 000 | 220 
34 000 43,5 
1 432 000 / 318 
97237 23.6 
Unterstützte Arbeitslose gibt es in Frankreich kaum. Die Zahl der Armen ist im 
Verhältnis zu Großbritannien gering. Nur die Zahl der unentgeltlich behandelten 
Kranken ist bedeutend. Die gesamten kommunalen Unterstützungsausgaben, nicht 
mitgerechnet gewisse Ausgaben der Hospitäler und der Bureaux de Bienfaisance betrugen 
einschließlich der staatlichen Subventionen im Jahre 1923 etwa 750 Mill. fr, 
Rechnet man zu diesen Unterstützungsausgaben den Finanzbedarf für das ganze 
allgemeine Gesundheitswesen hinzu, so können die Gesamtausgaben für soziale Fürsorge 
und Gesundheitswesen immerhin bis 20 vH des Selbstverwaltungsfinanzbedarfes und 
15 vH des gesamten Verwaltungsbedarfs ausmachen. In Großbritannien beträgt der 
Anteil dagegen fast 40 vH. ‚Je Kopf der Bevölkerung gerechnet, ist die großbritannische 
Last um ein Vielfaches höher als die entsprechende Last in Frankreich. 
Das öffentliche Bildungswesen erfaßt in Großbritannien sehr viel mehr 
Schüler als in Frankreich und erfordert deshalb auch mehr Unterrichtskräfte. Frankreich 
wiederum mit seinen vielen kleinen Gemeinden bedarf einer größeren Anzahl von 
Schulanstalten. 
Unterrichtswesen %) 
Bezeichnung 
Großbritannien ! Frankreich 
1925 - 1926 
Belgien 
1927 
Italien 
1928 
je 1000 
AnFaHl ' Einwohner 
je 1000 
Anzahl | Kinwohner 
Anzahl | 2° 1.000 
_____ | Einwohner 
Anzahl 
je 1 000 
Einwohner 
Höhere Schulen 
Anstalten ..... 
Lehrer ....... 
Schüler ....... 
Elementarschulen 
Anstalten ..... 23 656 5,33 119538 29,4 8350 10,7 | 32954 8,2 
Lehrer ‚...... 180 913 | 40,2 68 899 17,0 | 30 548 39,1 92 535 23,1 
Schüler ....... | 5542261 123.1 | 3 061 000 753,8 | 803620 1.028,6 | 3690 698 921,2 
201 ı 0,3 390 | 0,1 
28 104 | 36,01 74453 | 18,6 
Die Anteile des Bildungswesens am gesamten öffentlichen Verwaltungsbedarf dürften 
sich mit 20 bis 25 vH etwa gleichen. Der größere Teil dieser Ausgaben fällt in Frank- 
reich auf den Staat, in Großbritannien auf die Selbstverwaltungsverbände; gedeckt 
werden jedoch die Schulausgaben der Lokalbehörden auch in Großbritannien etwa zur 
Hälfte durch staatliche Subventionen. Je Kopf der Bevölkerung gerechnet, übersteigt 
der großbritannische Finanzbedarf für das Bildungswesen den französischen um mehr 
als das Doppelte. Diese größere Last in Großbritannien ist auf die hier sehr viel 
höhere Zahl der Lehrer und ihre höheren Gehälter zurückzuführen. 
Belgien dürfte in der Aufteilung des Leistungsbedarfes zwischen Großbritannien und 
Frankreich stehen. Bei ihm tritt der Finanzbedarf für soziale Fürsorge und das Gesund- 
heitswesen stärker in den Vordergrund. Die Ausgaben für das Bildungswesen werden 
vermutlich einen stärkeren Anteil als in Frankreich ausmachen, jene für das Wegewesen 
aber zurücktreten. . 
Vergleicht man den gesamten Finanzbedarf der Leistungsverwal- 
tung der Gemeinden und Gemeindeverbände je Kopf der 
Bevölkerung sämtlicher Staaten, so steht Großbritannien mit 97 Mark 
1) Die unterstützten Kranken sind in Großbritannien in der Zahl der von den Armenbehörden Unteratülaben nEREn, 
— ?) Die Ziffer setzt sich aus unterstützten Greisen und dauernd Arbeitsunfähigen (547 000) oben Sddition nicht unwes 
de bienfaisance unterstützten Armen (757000) zusammen. Es besteht die Möglichkeit, Si S aD U TaSsOn manchmal Klsaß- 
sentliche Doppel-ählungen unterlaufen. — ?) Jahresdurchschnitt, — *) Die Zahlen für Frankreic 
Lothringen, manchmal nicht. 
Finanzen und Steuern
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.