fullscreen: Ferdinand Lassalle

243 
innerlich den tiefsten Schmerz empfinde, bin ich doch im 
Handeln innerlich wieder ganz ich selbst und war es mit 
Schrenk dreimal. Ich fand von vornherein bei ihm die 
zuvorkommendste Aufnahme. Er verwickelte mich in 
ein politisches Gespräch über die ganze Situation, die 
Lauts politique, die Revolution, meine Organisations 
pläne usw. Ich ließ mich, furchtbar leidend, darauf ein, 
und lebhaft ein. 
Kurz, gehe ich jetzt zugrunde, so ist es nicht mehr an 
der brutalen Gewalt, die ich gebrochen habe, sondern 
— wenn sie mir eben vor dem Notar „Nein" erklärt 
statt „Ja" und mit mir zu gehen — an dem grenzen 
losen Verrat, an dem unerhörtesten Wankelmut 
und Leichtsinn eines Weibes, das ich weit über alles 
Maß des Erlaubten hinaus liebe! Es wäre wirklich 
das Grenzenloseste von allem, wenn ich deshalb den 
Minister des Äußern vermocht habe, ein Kommissariat 
zu erteilen und sie mir vor dem Notar sistieren zu lassen, 
damit sie mir auch noch das furchtbare Ridicule gibt, 
mich mit einem „Nein" abzuweisen. Inzwischen, wenn 
sie mir den Dolch in die Brust stoßen will, js n'ai rien 
ä dire! Wenigstens falle ich nicht durch den Übermut 
eines brutalen Mannes. Ich kann sie übrigens unter 
keinen Umständen für so vollendet schlecht, so grenzenlos 
schlecht halten. 
Dein Lassalle 
Lassalles Plan war: Helene in Genf vor einen Notar zu stellen. 
Dem solle sie, unbeaufsichtigt, sagen: Ja oder Nein. Aber er ahnt 
in dem folgenden Brief an die HaHfeldt Helenens Abfall.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.