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innerlich den tiefsten Schmerz empfinde, bin ich doch im
Handeln innerlich wieder ganz ich selbst und war es mit
Schrenk dreimal. Ich fand von vornherein bei ihm die
zuvorkommendste Aufnahme. Er verwickelte mich in
ein politisches Gespräch über die ganze Situation, die
Lauts politique, die Revolution, meine Organisations
pläne usw. Ich ließ mich, furchtbar leidend, darauf ein,
und lebhaft ein.
Kurz, gehe ich jetzt zugrunde, so ist es nicht mehr an
der brutalen Gewalt, die ich gebrochen habe, sondern
— wenn sie mir eben vor dem Notar „Nein" erklärt
statt „Ja" und mit mir zu gehen — an dem grenzen
losen Verrat, an dem unerhörtesten Wankelmut
und Leichtsinn eines Weibes, das ich weit über alles
Maß des Erlaubten hinaus liebe! Es wäre wirklich
das Grenzenloseste von allem, wenn ich deshalb den
Minister des Äußern vermocht habe, ein Kommissariat
zu erteilen und sie mir vor dem Notar sistieren zu lassen,
damit sie mir auch noch das furchtbare Ridicule gibt,
mich mit einem „Nein" abzuweisen. Inzwischen, wenn
sie mir den Dolch in die Brust stoßen will, js n'ai rien
ä dire! Wenigstens falle ich nicht durch den Übermut
eines brutalen Mannes. Ich kann sie übrigens unter
keinen Umständen für so vollendet schlecht, so grenzenlos
schlecht halten.
Dein Lassalle
Lassalles Plan war: Helene in Genf vor einen Notar zu stellen.
Dem solle sie, unbeaufsichtigt, sagen: Ja oder Nein. Aber er ahnt
in dem folgenden Brief an die HaHfeldt Helenens Abfall.