Full text : Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

$

War damals unter Augustus Italien das Zentrum der ganzen
Wirtschaft, so änderte sich dies :in der’ späteren Kaiserzeit sehr erheblich.
 Zunächst: wuchsen die Großgrundbesitzungen an“), sowohl
in Italien wie in den Provinzen. Die Freigelassenen gewannen
immer größere Bedeutung für das Wirtschaftsleben®). Mehr und
mehr treten dann unter den Flaviern und der Antonine die Provinzen
 hervor. Die Kaiser selbst kamen von dort, oder waren dort
lange tätig gewesen. Und die Armee wandelte sich ganz besonders.
Nicht mehr aus den Städten rekrutierte sie sich, sondern vom
Lande, speziell aber aus Provinzen, die noch weniger zivilisiert
waren®). Die Geldwirtschaft machte große Fortschritte. Der
Handelsgewinn wurde zu Darlehensgeschäften verwendet. Der
Handel war jetzt ein Welthandel geworden®"). Der Donauhandel
entfaltete sich bis zum Dne&per, und die griechischen Städte am
Schwarzen Meere, Olbia, Chersonesus, Panticapaeum, Tanais, erlebten
 eine Blütezeit (2. Jahrhundert). Diese südrussischen Landstriche
exportierten Getreide nach dem Westen und wurden durch römische
 Truppen gegen die Einfälle der Steppenbewohner beschützt*®).
Von großer Bedeutung war der Handel Agyptens mit Arabien
und durch dieses mit Indien bis nach China. Nicht nur Luxuswaren
 wurden jetzt da gehandelt, sondern auch Seide und Gewürze.
 Die Kaufleute und die Industrie von Alexandrien wurden
hier führend. Damals blühte auch Palmyra in Syrien. Der interne
Handel innerhalb der Provinzen war die Hauptquelle des allgemeinen
 Wohlstandes jener Zeiten und dieser hatte die Nahrungsmittel
 des täglichen Lebens Korn, Wein, Ol, sowie Metalle, Kleider
und Gefäße, Tonwaren und Keramik zum Hauptgegenstande.
Die Anlegung der zahlreichen  Römerstraßen diente nicht nur
militärischen und Verwaltungszwecken, sondern kam auch dem
Handel zustatten.
Unter den Provinzen, die nun auf Kosten der alten zentralen
Stellung Italiens emporgediehen, nahm Gallien den bedeutendsten
 Rang ein®). Die trefflichsten Händler des romanischen

%) Ebda. S. 94.
85) Ebda. 5. 99.
3) Ebda. S. 123.
57) Ebda. S. 145-3)
 A.a.O. S. 146.
%) Ebda. S. 153.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.