Full text : Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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fachsten Weise entsprochen werden kann”*), zumal sie auch durch
ihre Prägefähigkeit vor Betrug und Fälschung leicht geschützt
werden können (technische Vorteile). Zugleich werden hier auch
die dem reinen Naturaltausch entgegenstehenden Schwierigkeiten
zur Erklärung vorgebracht, insbesondere daß nicht immer Nachfrage
 und Angebot in entsprechenden Bedarfsmengen da und dort
produzierter Sachgüter gleichzeitig zusammentreffen.
Begreiflich, daß in dieser Anweisung für den Kaufmannsstand
auch der Kapitalismus zu Worte kommt: Der Großkaufmann,
der Waren nach der Preiskonjunktur (Baisse) stapelt, um sie
zurückzuhalten und mit Gewinn abzusetzen, sobald die Preise
gestiegen sind’*). Keineswegs ist nur das Bedarfsdeckungsprinzip
hier richtunggebend, sondern überall das Gewinnstreben sichtlich
führend und eine Überschußproduktion zum Zwecke gewinnbringenden
 Absatzes vorhanden. Auch der Zwischenhandel tritt
nicht so sehr zum Zwecke wirklicher Vermittlung zwischen
Produzenten und Konsumenten oder aber räumlich getrennter
Handelsgebiete auf, sondern erscheint ebenso durch die berufsmäßige
 Absicht auf Profit geleitet’®): Möglichst billiger Aufkauf
von Waren, um sie später oder anderwärts teurer wieder abzusetzen”®).

Stellt also dieses Werk und diese ganze Literaturgattung ein
Spiegelbild der Geldwirtschaft dar, so wäre es m. E. verfehlt,
daraus auf einen völligen Mangel an Naturalwirtschaft schließen
zu wollen. Hier muß die Eigenart und Provenienz der speziellen
Quelle, bzw. Quellengattung Berücksichtigung finden. Dieses Werk
hat ebenso die bestimmte Absicht, Ratschläge und Winke für
den Kaufmann zu geben, wie es ihm fern Negt, sich über die
Landwirtschaft oder agrarische Verhältnisse zu verbreiten. Sie
werden nur ausnahmsweise zu Vergleichszwecken oder antithetisch
gestreift. So wird bei der Warnung, sein Vermögen in Sachen
anzulegen, die man nicht versteht, geradezu als Beispiel angeführt”):
 „Wenn einer Geld anlegt in einer Dorfflur, die er
nicht bewirtschaften kann.“

78) Ebda. S. 49, vgl. dazu oben S.ı (Abschn. ı).
7) Vgl. H. Ritter a.a.O. 5.66.
%) Ebda. S. 62.
7%) Ebda. S.63 u. 67.
") Ebda. 5. 76.
            
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