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worden ist, oder vielleicht auch andere nebenher sich beobachten
lassen. Gerade die älteste Form des gewerblichen Großbetriebes,
das Verlagssystem, bietet da interessante Beispiele. Indem nun
Unternehmer auftreten, die den kleinen Gewerbetreibenden ihre
Handwerkserzeugnisse abkauften, oder den Heimarbeitern Rohstoff
lieferten, den diese in der Form des Lohnwerkes verarbeiteten
(Hausindustrie), macht sich alsbald das Trucksystem,
welches wir schon im 15. Jahrhundert kennenlernten®®), allgemein
bemerkbar. So z. B. in Nürnberg. Dort wurden bereits um die
Mitte des 16. Jahrhunderts Beschlüsse gefaßt, welche zeigen, daß
die Handwerker (Färber und Tuchmacher) für ihre Gewerbeartikel
von den Kaufleuten nicht so sehr mit barem Geld, als auch
mit Waren (Wein, Kammerwagen, Pferden) bezahlt wurden*).
Ähnliche Klagen hören wir aus Ruhla im 18. Jahrhundert über
die Messerindustrie daselbst. Auch dort hatten die Kaufleute den
gewerbetreibenden Meistern nicht nur Stahl und Eisen, sondern
auch andere Materialien sowie Lebensmittel gegeben, mit welchen
sie die von jenen erzeugten Messer bezahlten, dabei aber diese
Waren zu hohen Preisen aufrechneten*®).
Dazu stelle ich Nachrichten über die Hausindustrie in
Solingen‘). Noch Ende des 18. Jahrhunderts war dort das Trucksystem
so allgemein, daß fast jeder Kaufmann die Arbeiter der
Messerindustrie mit Waren bezahlte. Auch in Remscheid waren
die Meister fast alle genötigt, Winkelwaren zu enormem Preis in
Zahlung zu nehmen, um mehr Arbeit zu erhalten”).
Gleiches läßt sich in Württemberg bei der Zeughandlungskompagnie
zu Calw wahrnehmen. Sie nötigte in der zweiten
Hälfte des 17. Jahrhunderts die Zeugmacher, ihr nicht nur Wolle,
sondern auch Schmalz, zum Einfetten der Wolle, sowie minderwertige
Sorten gefärbter Zeuge abzunehmen”?
%) Siehe oben S. 187.
7) Vgl. J. Stockbauer, Nürnbergisch. Handwerksrecht des 16. Jahrhunderts
(1879), S. 56.
%) Sax Em., Die Hausindustrie in Thüringen (Sammlung nationalökonom. u.
statistisch. Abhdlgen. des staatswiss. Seminars zu Halle a. d. 5. 11.), 2, 13 (1884).
%) Thun A., Die Industrie am Niederrhein und ihre Arbeiter, 1879, 2,
39f. in G. Schmollers staats- und sozialwiss. Forschungen Il.
*) Ebda. S. 40.
7) Walter Tröltsch, Die Calwer Zcughandlungskompagnie und ihre
Arbeiter (1897), S. 123.