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16. Jahrhundert mehrere Gemeinweiden und -waldungen, in
welche die Bürger ihr Vieh treiben durften. Die Bürger betrieben
nicht nur Viehzucht, sondern zum "Teil auch Landwirtschaft.
Das war besonders in kleineren Städten der Fall oder dort,
wo weniger Gelegenheit für Handel und Verkehr gegeben war,
so z. B. in Northeim und Einbeck, den Städten im oberen Leinetal?®).
Im Jahre 1504 verordnete der Stadtrat von Frankfurt a. M.
im Interesse der Viehzucht, daß jedes Jahr ein Drittel des Ackerlandes
der Stadt brachliegen solle**), Noch im 16. Jahrhundert
erhielten die Bürger vom Rat bewilligt: freiere Benützung des
Stadtwaldes für ihr Holz und auch für das Vieh, das jemand
auf seinem Acker im Walde habe, Milderung der Abgabe für
die Erlaubnis, ein Schwein im Hause fett zu machen, freien Anteil
an Weide und Wasser in der Almende, eine geringere Steuer
von Weingärten, Äckern und Wiesen, Abschaffung der kleinen
Zehnten*). In Speyer war noch im 17. Jahrhundert ein Teil der
Stadt Almend und als solcher Eigentum der Stadrt*®). Ähnlich
auch in Baden”). Die Bürger nutzten die gemeinen Wiesen und
standen im Genuß von Gras- und Ackeralmenden noch im
16. Jahrhundert, ja in Mannheim noch im ı8. Jahrhundert?)
Auch die städtischen Beamten erhielten für ihre Dienste zum
Teil noch in der Neuzeit Naturalbezüge. In Freiburg i. B. wurde
1589 beschlossen, den edlen Ratsherren Jährlich vier Klafter Holz
zu geben, wenn sie viermal im Stadtrat erschienen“). Ähnliche
Bezüge hatten die Ratsherren auch in Zuckmantel (Schlesien)®).
In Überlingen gehörte zu den hauptsächlichsten Erwerbsquellen
im 16. und 17. Jahrhundert der Weinbau, der von sämtlichen
Bewohnern der Stadt mehr oder weniger betrieben wurde.
Wer in der Überlinger Stadtmark begütert war, hat auch Weinberge
besessen; die Sorge um den Wein in den Gärten und Kellern
%) Vgl. H. Dörries, Die Städte im oberen Leinetal, Göttingen, Northeim
and Einbeck (1925), S. 39.
*) v. Maurer a.a.O., 2, 178.
5) Vgl. M. Lenz in Histor. Zeitschrift 77» 399.
%) v. Maurer 2, 175.
”) Vgl. die Almendeordnung v. Jahre 1517, $ 8; ebda, 2, 174.
%) Ebda. 2, 778.
%) Ebda. 4, 282.
®) Vgl. Jos. Pfitzner, Gesch. d. Bergstadt Z, (1924), S. 172.