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daß die starke Rückbildung in eigenwirtschaftliche Zustände, welche
sich schon während der römischen Kaiserzeit vollzogen habe, wohl
jahrhundertelang nach dem Untergang des Römischen Reiches sich
fortsetzte, bis sie zwischen dem 8. und ıo. Jahrhundert ihren
äußersten Punkt erreichte. So hätte also jener Rückfall in die
Naturalwirtschaft etwa sechs Jahrhunderte gedauert.
Die Widerlegung dieser Theorie ist bereits durch H. Pirennes
neuere Ausführungen über die Wirtschaft der Merowingerzeit ge-
geben. Er hat ja, wie früher dargelegt worden ist!®), mit Recht
betont, daß der Handel und Verkehr damals sehr entwickelt und
die Geldwirtschaft ebenso wie in der Römerzeit vorhanden war.
Die Rückbildung in naturalwirtschaftliche Zustände will
Pirenne erst in die Karolingerzeit setzen, weil damals durch das
Vordringen der Araber der Handel des Mittelmeergebietes zu
grunde gegangen sei®).
Bei diesem zweiten Beispiel, der Karolingerzeit, wird also jener
Rückfall in naturalwirtschaftliche Zustände hauptsächlich durch den
Niedergang des Handels mit dem Süden und Südosten erklärt, sowie
auch — was ja damit im Zusammenhange steht — durch das
Schwinden des Edelmetallvorrates im Westen, dem Frankenreiche.
Wie wenig eine solche Argumentation zutrifft, wird am besten
durch die beiden folgenden Erwägungen bewiesen. Einmal hat das
Vordringen der Araber doch vor allem das Oströmische Reich be-
troffen und von diesem eine ganze Anzahl Länder weggerissen.
Gleichwohl hat die Geldwirtschaft dort in Byzanz keine Unter-
brechung erlitten!‘), obwohl die Abschnürung daselbst eine viel
unmittelbarere war.
Anderseits aber hat der Westen, will sagen das Fränkische
Reich, eben zu dieser Zeit durch die Ausbreitung der politischen
Herrschaft der Karolinger vor allem nach Italien, aber auch nach
Spanien, sowie die binnenländische Expansion nach dem Osten ganz
neue und größere Absatzgebiete gewonnen, als sie den Merowingern
zu Gebote standen. Konnte dies auf den Handel und Verkehr denn
ganz ohne jede Rückwirkung bleiben? Die historischen Einzelbelege
Organisation und die Geldwirtschaft in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis
voneinander stehen, a. a. O. S. 110£.
1?) Siehe oben S. 114.
13) Vgl. oben S. 113.
4) Siehe oben S. 93.