Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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Aber es 'braucht gar nicht gesagt zu werden, dass, wenn 
die Macht in den Händen eines absoluten Monarchen oder 
einer herrschenden Oligarchie ruht, der Betrieb der öffent 
lichen Dienste dem allgemeinen Interesse, dem Interesse 
der grössten Masse, gerade entgegenlaufen und ausschliess 
lich, sei es dem Souverän, sei es der herrschenden Classe, 
dienen kann. Daher kommt es sehr häufig, dass sich in 
einem monarchisch-militairischen Staate die Socialisten 
selbst mit der grössten Energie gegen gewisse Ausdeh 
nungen des Staatsbetriebes aussprechen. 
So standen z. B. die deutschen Socialdemokraten in 
der ersten Reihe der Opposition gegen das von Bismarck 
vorgeschlagene Tabakmonopol, gegen den Antrag Kanitz 
über die Verstaatlichung des Getreidehandels und noch 
zuletzt gegen die Vorschläge der Agrarier, die darauf 
abzielten, die Reichsbank in eine Staatsbank umzuformen. 
Schoenlank führte im Februar 1899 im Reichstage mit 
Recht aus, dass die Gründung einer Staatsbank heute 
nur den Junkern Waffen in die Hände liefere und ihre 
Wucherpläne fördere, was die Fortschritte der modernen 
Production auf das Schwerste bedrohen Messe.*) 
Ebenso erklärt sich Karl Kautsky in seinem Buche 
über die Agrarfrage entschieden gegen die bürgerlichen 
Bodenreformpläne; die Verstaatlichung des Bodens würde 
in der That in einer absolutistischen Monarchie wie 
Deutschland nur die Zahl der vom Staate abhängigen 
Pächter vermehren und dem Staate selbst Hilfsmittel zur 
Fabrication von Kanonen, zum Bau von Festungen, zur 
Construction von Panzerschiffen verschaffen, ihm mit 
einem Wort die Möglichkeit geben, enorme Summen ohne 
*) Stenographische Berichte über die Verhandlungen des 
Reichstags vom 8. Februar 1899, pag. 725 ff. Diese Rede 
ist wiedergegeben worden in de Greef: Le crédit commercial 
et la banque nationale de Belgique (Brüssel, Mayolez, 1899), 
pag. 159.
	        
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