Object: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

Resolutionen. 107 
werkschaftseinheit gesprochen. Wir sind mit ihm einverstanden. Ja, es ist 
notwendig, daß dieser Kongreß an die Führer der II. Internationale ap- 
pelliert. Aber wir haben keine Illusionen über diese Führer. Ich will Ihnen 
dies an einem Beispiel erklären: Ich las in einem Leitartikel der „Times“ 
dieser Tage, daß MacDonald es gewagt hat, im englischen Parlament die 
„Gewalttaten“ der Massen in Hankau zu mißbilligen, und gesagt hat, daß die 
Kantonregierung für diese „Gewalttaten‘“ verantwortlich sei. MacDonald ist 
gegen die Anwendung von Gewalt gegen England, aber er hat auch gewagt, zu 
sagen, daß „wir unsere Vorsichtsmaßregeln ergreifen“, d. h., Kriegsschiffe 
und Truppen senden müßten. Schließlich hat er beigefügt, daß England 
seine erworbenen Rechte und die Konzessionen, die ihm die chinesische Re- 
gierung früher gemacht hat, nicht aufgeben könne. Es ist klar, daß, wenn 
MacDonald auf diese Weise interveniert, er nicht für den Kampf gegen den 
englischen Imperialismus und gegen jede bewaffnete Intervention’in China 
sein kann. Wenn wir dennoch an die Führer der II. Internationale und der 
Labour Party appellieren, so nur, weil wir wissen, daß uns die Mehrheit der 
Arbeiter folgen und alle Kräfte aufbieten werden, um sich dem Imperia- 
lismus entgegenzustellen. 
Wir werden bestimmt handeln, ohne zu warten, bis MacDonald und 
seinesgleichen mit uns sind. 
Resolutionen. 
L. 
Resolution der Länder Nordafrikas. 
Der französische Imperialismus steht in seiner Kolonialpolitik in Nordafrika um nichts 
hinter den anderen imperialistischen Mächten zurück. 
Er hat mit bewaffneter Gewalt, unter Drohungen und heuchlerischen Versprechungen 
zuerst in Algerien, dann in Tunis und endlich in Marokko Fuß gefaßt. Er hat sich der 
natürlichen Schätze und des Bodens bemächtigt, der den Eingeborenen gehörte unter Ent- 
eignung von Zehntausenden von Familien, die auf eigner Erde von dem Ertrag ihrer Arbeit 
lebten. Die enteigneten Ländereien wurden europäischen Siedlern, reichen Eingeborenen 
und kapitalistischen Gesellschaften abgetreten. Und die Enteigneten mußten — um ihr Leben 
fristen zu können — ihre Arbeitskraft den neuen Eigentümern ihres Bodens verkaufen. 
Aus einer Bevölkerung, die in ruhigem Wohlstand lebte, der heute entschwunden ist, 
hat der Imperialismus eine Schar von Verhungerten oder Sklaven geschaffen. Und diese 
Enteignung ging wie überall im Namen der Zivilisation vor sich. Im Namen der französi- 
‚schen Zivilisation und unter den wohlklingendsten Versprechungen hat der französische 
Imperialismus Zehntausende von eingeborenen „Rebellen“ ausgerottet und fährt in. diesem 
Werke fort. In ihrem Namen hat er die große Mehrzahl der Bauernbevölkerung enteignet 
und saugt er heute die gleiche Bevölkerung zu seinem Vorteil aus. Im Namen dieser so- 
genannten Zivilisation wurden alle Traditionen, alle überlieferten Bräuche, alle Bestre- 
bungen der eingeborenen Bevölkerung mit Füßen getreten. Statt jenen Ländern den Bei- 
stand zu leihen, dessen sie bedurft hätten, um sich ökonomisch, politisch und wirtschaftlich 
frei zu entfalten, hat der französische Imperialismus diese Enteignung und Ausbeutung 
mit der reaktionärsten politischen Beherrschung verbunden; er hat die Eingeborenen jeg-
	        
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